Aachen: Junge Tüftler helfen im Weltraum aus

Aachen : Junge Tüftler helfen im Weltraum aus

Er nimmt Hürden, bewegt Steine zu einer Abschussrampe und bringt Menschen in Sicherheit. Er ist ein Roboter. Und die Hürden, Steine und Menschen stehen auf einem Parcours und sind aus Lego-Steinen. Entwickelt wurde das alles von sieben Schülern der Klassen 5 und 6 des St.-Leonhard-Gymnasiums und ihrem Lehrer Boris Meltzow, der die Roboter-AG leitet.

Seit Anfang Februar bereitet sich das Team auf die Roboter-Olympiade im russischen Sotschi im November vor. Zum ersten Mal nimmt will damit eine Gruppe von Schülern des St. Leonhard an der jährlichen „World Robot Olympiad“ (WRO) teilnehmen — als einzige Schule in der Städteregion Aachen.

Um sich in Sotschi mit den besten Teams der Welt zu messen, müssen sich die jungen Techniktüftler allerdings erst mit der nationalen Konkurrenz auseinandersetzen. Am 3. Mai steht zunächst der regionale Ausscheidungswettkampf in Dortmund an, im Juni dann das große Deutschlandfinale.

Die Aufgabe, die die Schüler bewältigen müssen, hört sich nicht nur kompliziert an — sie ist es auch: „Baut und programmiert einen Roboter, der die Menschheit bei der Lösung von verschiedenen Aufgaben im Weltraum unterstützt“, ließ die WRO-Organisation in diesem Jahr verlauten.

Mittlerweile 20 Modelle haben Hannes, Linus, Felix, Laurin, Peter, Robin und Lars gebaut und diese jedes Mal ein bisschen mehr verbessert. Vier Sensoren und drei Motoren enthält der Roboter, der Linien und Farben erkennt, aber auch Form und Größe der Blöcke, die er schließlich in der richtigen Reihenfolge auf eine Abschussrampe hieven muss.

Viele Stunden haben die Schüler seit der weltweiten Veröffentlichung der Aufgabenstellung am 1. Februar mit Programmierung und Modellbau verbracht. „Wir haben uns auch in den Ferien und samstags getroffen“, verrät der elfjährige Hannes Korbank. Müde ist niemand dabei geworden, und Angst vor der Technik kennt der junge Wissenschaftler-Nachwuchs sowieso nicht. „Sie sind spielerisch und mit großer Begeisterung an die Aufgabe herangegangen“, sagt Lehrer Meltzow.

Zwei Minuten haben die Schüler am Ende Zeit, um den Parcours zu meistern. Und nur drei von ihnen dürfen am Ende tatsächlich am Wettkampftisch stehen. Selbst der Roboter darf erst vor Ort zusammengebaut werden — so sind die strengen Vorgaben.

Ob das Daumendrücken von Kameraden und Eltern hilft, wird sich dann zeigen. Für Schulleiter Stefan Menzel steht aber weniger ein Sieg im Vordergrund als vielmehr der olympische Gedanke: „Die Teilnahme allein ist doch sehr wichtig. Außerdem haben wir damit Kompetenzen wie Teamarbeit, Mechanik und Programmierung gefördert.“

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