Aachen: Jugendliche mit Sportangeboten gegen Gewalt immun machen

Aachen: Jugendliche mit Sportangeboten gegen Gewalt immun machen

„Fort von der Straße, hin zu Sport, Musik und Bildung“ — die Initiative „Jugend im Kampf gegen Gewalt“ hat sich seit ihrer Gründung vor drei Jahren zu einem regionalen Hilfswerk vor allem für Sportvereine entwickelt, das breite Unterstützung in verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen erfährt und gut vernetzt ist.

Jetzt rückte Vereinsgründer Walter Küpper in der Nadelfabrik ein neues Projekt in den Blickpunkt. Die lokalen Sportvereine, darunter unter anderem Schwarz-Rot-Handballmädchen und die integrative Sportinitiative Tabalingo, waren zum ersten Infoabend als Startschuss für ein Pilotprojekt zur Gewaltprävention in der Region eingeladen, das im April starten soll.

Doch zuvor nutzte Küpper den Abend, um ein kurzes Resümee der im Jahr 2012 stattgefundenen Projekte zu ziehen. Sehr gut angenommen würde der Ausleihservice der drei Teamsportbusse, die die Vereine nutzen können. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch eine Spende aus den Einnahmen des 1. Aachener Firmenlaufs. Auch die Blutspende-Aktion laufe gut an. Bisher haben sich 80 Vereine angemeldet.

Dann richtete Küpper den Blick auf das Hauptthema des Abends: „Gewaltprävention macht ihr alle,“ denn in Sportvereinen erführen Kinder und Jugendliche Anerkennung, lernten soziales Verhalten und mehr. Hans Kamerseder, Ermittlungsbeamter bei der Bundespolizei mit Schwerpunkt Kriminalprävention, gab eine kurze theoretische Einführung. Die Bundespolizei ist, neben dem Gesundheitszentrum Medaix, ein Kooperationspartner des Projektes.

Die praktische Konzeption der Präventionsschulungen hat die Sportwissenschaftlerin Mirijam Buhr vom Verein Präventions- und Gesundheitstraining Aachen übernommen. Trainer für die Kurse wird unter anderem Marven Lennertz, mehrfacher Amateur-Boxweltmeister aus Aachen, sein. Als Schirmherr möchte die Initiative Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich gewinnen.

Unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung der Nadelfabrik am 11. April soll es mit ersten Schulungen losgehen. Geplant sind zwei Wochenend-Termine. „Wir möchten damit vor allem Familien ansprechen“, so Küppers. Vermittelt werden einfache Techniken, die neben der Möglichkeit zur Selbstverteidigung auch das Selbstbewusstsein und das Auftreten der Teilnehmenden stärken sollen.

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