Aachen: Jugendliche aus aller Welt besuchen im Rahmen der Euriade die Lebenshilfe

Aachen: Jugendliche aus aller Welt besuchen im Rahmen der Euriade die Lebenshilfe

„Das Andere kann ein Geschenk sein, wenn man es hört.“ Mit diesem Satz bringt Professor Dr. Dr. Werner Janssen, Vorstandsvorsitzender der Stichting Euriade, die Intention des gleichnamigen Internationalen Kultur- und Wissenschaftsfestivals auf den Punkt.

Jugendliche aus aller Welt erleben aktuell auch in diesem Jahr wieder eine „Woche des Dialogs“ im Dreiländereck. Dabei treffen sie Politiker, Unternehmer, Mönche, Künstler und den jeweiligen Preisträger der Martin-Buber-Plakette. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „Kinder unserer Welt“. Die Auszeichnung erhält der irische Pater Shay Cullen, der seit 1969 als Priester auf den Philippinen arbeitet und wenige Jahre später die „Preda-Stiftung“ gründete, welche sich für die Einhaltung von Menschenrechten, Gerechtigkeit und Frieden einsetzt.

Traditioneller Bestandteil des Euriade-Jugendprogramms ist ein Besuch in den Werkstätten der Lebenshilfe. 70 junge Menschen verbringen einen Vormittag mit Menschen mit Behinderung. Ganz nach dem „Dialogischen Prinzip“ des Philosophen und Pädagogen Martin Buber haben die Teilnehmer die Chance, sich zu begegnen und Freundschaften zu schließen. Heißt konkret: Das Erleben der Bedeutung von Toleranz, Respekt und Verantwortung.

Norbert Zimmermann, Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen-Werkstätten, freut sich jedes Jahr aufs Neue auf das Treffen: „Wir sind mittlerweile seit zehn Jahren fester Partner des Programms und die Treffen kommen immer wieder super an. Allesamt machen tiefgreifende Erfahrungen und erkennen, dass man Menschen mit Behinderung über ihr Menschsein definiert und nicht über ihre Behinderung.“

Für Lale aus Wien sind der Tag in der Werkstatt sowie das gesamte Programm einfach überwältigend. „Es ist erstaunlich, wie schnell Begegnung stattfindet, und ich habe viel fürs Leben gelernt. Der Austausch steht hier im Vordergrund, und wir begegnen allen immer mir viel Respekt und großem Interesse. Gemeinsam erschaffen wir kleine Kunstwerke und lernen uns kennen“, so die 16-jährige.

Sprachliche Barrieren, die aufgrund der Tatsache, dass die Jugendlichen aus Holland, Südafrika, Deutschland oder Serbien kommen, gibt es kaum. Denn manchmal braucht man keine Worte, um sich anzunähern. „Die leisen Töne sind häufig die Relevanten“, betont Janssen und ergänzt: „Es geht um das Miteinander und das Sammeln von Erfahrungen, und diese finden nicht selten in ruhiger Atmosphäre statt.“ Die Euriade selbst feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen und fördert seither den Dialog über Grenzen hinweg.

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