Aachen: Jugend mullt noch Platt

Aachen: Jugend mullt noch Platt

Auch in diesem Jahr hat der Verein Öcher Platt seinen Schülerwettbewerb veranstaltet. 34 Kinder und Jugendliche der Klassen 3 bis 10 stellten mit gesungenen und gesprochenen Beiträgen ihr Können in Sachen Mundart unter Beweis. „Das Öcher Platt ist ein bisschen bedroht”, bedauert Vereinsvorstandsmitglied Dr. Karl Allgaier.

Bei seiner Mission, das Platt vor dem Aussterben zu bewahren, setzt der Verein natürlich auf den Nachwuchs. Allgaier freut sich darüber, dass auch viele Kinder mit Migrationshintergrund teilnehmen.

„Die Aachener Sprache gehört zum kulturellen Fußabdruck der Stadt”, erklärt Jurymitglied Hildegard Barner. Gemeinsam mit ihren fünf Kollegen - selbstverständlich allesamt des Platts mächtig - achtet sie darauf, dass die Vorträge der Teilnehmer authentisch klingen. Für viele Schüler ist das gar nicht so einfach: „Nicht immer sind es die Eltern, von denen die Kinder das Platt gelernt haben”, sagt Allgaier. Deswegen ist der Verein auf engagierte Lehrer angewiesen, die ihre Schüler auf den Wettbewerb vorbereiten.

Statt Ehrgeiz zählt der Spaß

Besonders erfolgreich war die Vorbereitung dieses Mal für Soraya Adan-Juste. Mit ihrem Gedicht „Ich well, datt ich vööl net well” (Ich will, dass ich viel nicht will) machte die Sechstklässlerin der Förderschule Beginenstraße den 1. Platz bei den Einzelvorträgen der Primarstufe. Doch auf den Sieg kommt es der Elfjährigen gar nicht so sehr an. „Ich mache das aus Spaß, und nicht, um zu gewinnen”, sagt sie.

In der Einzelwertung der Sekundarstufe ging die Goldmedaille an Annika Pütz und Vanessa Schmidt vom Couven-Gymnasium: Mit einer Aachen-Hymne zur Melodie von „Du bess die Stadt” von den Bläck Fööss überzeugten die Zehntklässlerinnen die Jury. Bei den Gruppen siegten die Schüler der Lindenschule Haaren mit einer ebenfalls gesungenen Liebeserklärung an Aachen. Allgaier bleibt nur eines zu sagen: „Wenn Kenger Öcher Platt sprejche, jeäht enge et Hazz op.”