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Aachen: Jürgen Nendza liest Gedichte bei „across the borders“

Aachen : Jürgen Nendza liest Gedichte bei „across the borders“

Wenn Anfang Juli das Festival „across the borders“ startet, dann ist die Auftaktveranstaltung vielleicht die, die die meisten Grenzen gleichzeitig überquert. Die geografische, die sprachliche, die Grenze zwischen Genres.

Als im Januar 2017 erstmals die Idee an die Verantwortlichen herangetragen wurde, war schon klar: damit muss das Festival eröffnet werden: die Vertonung des Gedichtszyklus „Apfel und Amsel“ kommt nach Aachen — als deutsche Uraufführung.

Geschrieben wurde der Zyklus von Jürgen Nendza, ein „deutscher Dichter, der in Aachen lebt“. Auf dessen Gedichte wurde der französische Komponist und Lyrikliebhaber Patrick Otto aufmerksam und vertonte zunächst „Am Morgen, dein Dach“, ebenfalls von Nendza, bevor er sich in Zusammenarbeit mit dem Dichter dem achtteiligen Zyklus widmete. Dem Ergebnis kann am Samstag, 7. Juli, um 20 Uhr in der Citykirche gelauscht werden.

Das musikalische Werk ist geschrieben für einen Sopran, Chor, Kammerorchester und Bläserquintett. Musiker aus fünf Städten und zwei Ländern, Deutschland und Frankreich, sind am Projekt beteiligt. Unterstützt wird es in Aachen unter anderem vom deutsch-französischen Kulturinstitut Institut (DFKI). „Wir betreuen das Projekt sehr gerne“, so Angelika Ivens, Leiterin des Instituts und französische Honorarkonsulin.

Auch Susanne Güntner vom Kulturbetrieb freut sich sehr, das Projekt nach Aachen geholt zu haben, zeigt es doch so deutlich, was „across the borders“ eigentlich heißt. Es gibt keine Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, Musiker aus beiden Ländern arbeiten eng zusammen. Doch nicht nur musikalisch setzt „Apfel und Amsel“ dieses Jahr Akzente. Schon die Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 27. Juni, um 20 Uhr im DFKI beschäftigt sich mit den lyrisch anspruchsvollen Texten des Dichters.

An diesem Abend geht es dann deutlich mehr um die Texte selbst und vor allem um die Frage nach der Übersetzung lyrischer Texte. Hervorgehend aus einem Workshop mit Studierenden der Universität Lüttich haben Vera Wunsch, Professorin für Deutsche Literatur, und Céline Letawe, Professorin für Übersetzungswissenschaften an der Universität Lüttich, in enger Zusammenarbeit mit dem Dichter eine Übersetzung angefertigt.

Doch kann man die Übertragung eines Gedichtes in eine andere Sprache überhaupt als Übersetzung bezeichnen? Ist es nicht vielmehr schon Interpretation? Über ihre Arbeit wollen die beiden Frauen im Gespräch mit dem Dichter berichten. Die Übersetzungen haben auch die Sängerinnen und Sänger für das Konzert genutzt, um einen besseren Zugang zu den Texten zu bekommen, denn gesungen wird am 7. Juli auf Deutsch, nicht auf Französisch.