Aachen: Jürgen Linden kandidiert wieder für den Aufsichtsrat

Aachen: Jürgen Linden kandidiert wieder für den Aufsichtsrat

Ein Satz ist so etwas wie die Handlungsmaxime in diesen schwierigen Zeiten für Aachens größten Fußballklub: Alemannia-Interesse geht vor IG-Interesse. Und so beugt sich die Interessengemeinschaft der Alemannia-Fans und Fan-Clubs und zeigt bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrates der Alemannia GmbH - zähneknirschend - Kompromissbereitschaft.

Heißt Konkret: Verzicht auf einen zweiten Kandidaten für dieses entscheidende Gremium. Damit ist die Kandidatenriege für den Aufsichtsrat, über den die Mitglieder am 12. Juni abstimmen, komplett.

Mit von der Partie: der bisherige Vorsitzende des Gremiums, Dr. Jürgen Linden. Der Alt-OB ist einer von drei Kandidaten, für die sich der Verwaltungsrat als das zuständige Organ des Vereins Alemannia Aachen am Montagabend ausgesprochen hat. Neben Linden sind dies noch der Unternehmer Dr. Meino Heyen und Rechtsanwalt Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning (siehe Kandidatenleiste oben).

Insgesamt soll der Aufsichtsrat der GmbH künftig aus sieben statt bisher aus elf Personen bestehen. Auch diese Verkleinerung muss grünes Licht seitens der Mitglieder bekommen. Neben den drei Genannten werden dies - als sogenannte geborene Mitglieder - Präsident Dr. Alfred Nachtsheim, Vize-Präsident Klaus Dieter Wolf und Beisitzer Dr. Christoph Terbrack sein. Bleibt der siebte Sitz, für den die IG der Alemannia-Fans den Steuerfachmann und Diplom-Finanzwirt Horst Rambau vorschlägt.

Die Liste steht. Doch die ist offensichtlich ein Kompromiss, denn die Fan-IG, die sich als Vertreter der Mitglieder versteht, hatte ursprünglich fest zwei eigene Vertreter im Blick, stieß damit aber auf heftigen Widerstand. „Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Jürgen Linden und mit ihm Teile des Kontrollgremiums sowie des Verwaltungsrates lehnten eine solche Regelung kategorisch ab”, erklärt IG-Sprecher Dirk Heinhuis. Da sich auch das Präsidium dieser 3-3-1-Regelung anschloss, lenkte die IG ein. Zusätzlicher Druck entstand laut Heinhuis dadurch, dass ein Darlehensgeber sein Engagement ebenfalls von diesem Schlüssel abhängig gemacht haben soll. „Da es uns ausschließlich um das Wohl und die Zukunftsfähigkeit der Alemannia geht, haben wir uns gebeugt”, so Heinhuis.

Noch vor drei Wochen hatte die IG mit Blick auf die Person Linden einen „Umbruch” gefordert. Davon wird nicht mehr gesprochen. Er ist aus Sicht des Verwaltungsrates vielmehr ein Garant für Kontinuität, wie der Vorsitzende dieses Vereinsorgans, Hubert Herwartz, gegenüber der AZ betonte. Gerade weil viele Mitglieder ausscheiden. Noch wichtiger sei, dass man „Linden und sein Netzwerk bei den anstehenden Aufgaben” brauche.

Auf seine Kandidatur verzichtet hat Carsten Schmidt. Der war bisher IG-Vertreter im Aufsichtsrat: „Angesichts der existenzbedrohlichen Krise der Alemannia muss jemand die vertraglichen und finanziellen Strukturen bis in die Tiefe durchleuchten. Aufgrund seines beruflichen Hintergrundes kann Horst Rambau dies besser als ich.”