Aachen: Jubilarfeier des Chorverbandes: Gemeinsam singen zum Erhalt der Tradition

Aachen: Jubilarfeier des Chorverbandes: Gemeinsam singen zum Erhalt der Tradition

„Singen macht Freude, auch wenn die Probenarbeit oft mühselig ist“, machte Professor Dr. Hans Frambach in seiner Festansprache bei der zentralen Jubilarfeier des Chorverbandes der Städteregion im Krönungssaal des Aachener Rathauses zu Beginn seines Vortrags deutlich. Auch wenn an Sängerinnen und Sängern hohe Anforderungen gestellt würden, „halte man durch.“

Chorverbandsvorsitzender Wilfried Leisten hieß dann gleich zahlreiche Ehrengäste willkommen, an der Spitze Aachens Bürgermeisterin Marianne Conradt. Die Hauptpersonen seien aber die Jubilare, die heute den Mittelpunkt bilden würden. Eine Ehrung im Krönungssaal sei schon etwas Besonderes, so Leisten.

Bürgermeisterin Marianne Conradt hatte erkannt, dass gerade der Chorgesang die Menschen erfreue. Im Internet habe sie sich schlau gemacht und auf einem T-Shirt entdeckt: „Ich brauche keine Therapie, ich singe in einem Chor.“ Das treffe auch auf die Jubilare des Abends zu, die Erstaunliches geleistet hätten. 25, 50 oder gar 75 Jahre dem Chorgesang die Treue halten, viele Jahre lang administrative Aufgaben in Vereinen wahrnehmen, das seien schon „unglaubliche Zahlen“, bilanzierte Frambach, Präsidiumsmitglied des Chorverbandes NRW für Kommunikation und Bildung, erfreut. Erstaunlich, wie Menschen über so lange Zeiträume „durchgehalten haben.“ Trotz Globalisierung, Digitalisierung, Google und Burnout, die wesentliche Bestandteile der Gesellschaft geworden seien, gehe die Chorzeit weiter.

Wichtig sei es umso mehr, in unruhigen Zeiten die Haltung zu bewahren. Singen im Chor sei etwas Hervorragendes für die Gemeinschaft. Singen mache Spaß, damit könne man die Missstände des Alltags besser aushalten. Auch wenn das Repertoire anders als früher sei, neue Melodien und Rhythmen erklingen würden, dass sei halt das Phänomen des Wandels. Akzeptanz und Toleranz seien wünschenswert.

In vielen Bereichen sei oftmals vom „Chorsterben“ die Rede. Das einzige, was im Leben von selbst gehe, sei der Untergang. Ziel müsse es daher sein, die Chöre am Leben zu erhalten. Die Jubilare hätten einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet und zum Überleben ihres Chores mit beigetragen. Dr. Frambach lobte: „Sie haben eine großartige Leistung erbracht, dafür gebührt Ihnen Dank. Sie sind Vorbilder guter gesanglicher Tradition“, schloss er.

Auf Chorverbandsvorsitzenden Wilfried Leisten, Chorverbandsleiter Manfred Lutter, Ehrenschatzmeister Willy Thelen sowie Professor Frambach kam Schwerstarbeit zu, denn es galt, zahlreiche verdiente Jubilare gebührend zu ehren, mit Broschen, Nadeln, Plaketten, Ehrenzeichen und Urkunden zum Dank für langjährige Vereinstreue.

Seit 25 Jahren ist Pierre Penris (St.-Marien-Gesangverein Aachen-Horbach) dem Gesang treu ergeben, vom gleichen Chor Hans-Josef Sieben schon 40 Jahre lang dabei. Ebenfalls 40 Jahre halten Gertrud Braun, Betty Bruders, Hella Fischer, Anneliese Schlicher und Rosemarie Hüllenkremer (alle Aachener Chor-Collegium) dem Gesang die Treue. Für 50 Jahre Chorgesang wurde Horst-Dieter Plum (Chorgemeinschaft Humor-Harmonie Brand) geehrt und Franz Merx von den Horbacher „Meistersingern“ kommt gar auf 65 Jahre Sangestreue. Seit 70 Jahren singt Kläre Lintzen-Mertens (Aachener Chor-Collegium) und auf stolze 75 Jahre bringt es Hans Gülpen (St.-Marien-Gesangverein Aachen-Horbach). Ihm wurde eine grandiose Leistung bescheinigt.

Den musikalischen Teil gestalteten der Bürgerchor Aachen (Leitung Manfred Lutter), die Siedlergemeinschaft Stolberg-Donnerberg (Leitung Gunther Antensteiner) sowie der Koninklijk Kerkraads Mannenkor St. Lambertus (Leitung Wim Scheepers). Zum Abschluss der Veranstaltung ertönte unter der Leitung von Verbandschorleiter Manfred Lutter von allen gemeinsam gesungen das „Urbs Aquensis — Urbs regalis.“

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