Jubiläumsausstellung des Vereins „dreieck.triangle.driehoek“ in Aachen

Ausstellung zur Fragestellung „Wer bin ich?“ : Mehr als 20 Künstlerinnen zeigen ihre „Mydentities“

Keine Kunst von der Stange, sondern einen individuellen Blick auf die eigene Person und die Gesellschaft findet man in der Ausstellung „Mydentities“, die am Sonntag, 14. April, um 12 Uhr in der Aula Carolina eröffent wird.

Die Werkschau findet aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Vereins kulturschaffender Frauen in der Euregio Maas-Rhein „dreieck.triangle.driehoek“ statt. „Wir sind ein euregionaler Zusammenschluss von Künstlerinnen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland“, erklärt die Vorsitzende Uta Göbel-Groß.

Was die Frauen für ihre Werkschau ausgewählt haben, ist stark persönlich gefärbt. Layali Alawad ist in Syrien aufgewachsen, zeigt insgesamt drei Bilder mit Acrylmalerei. „Seit fünf Jahren beschäftige ich mich mit syrischen Ikonen. Die Gesellschaft, meine Familie, Freunde und die neue Umgebung wirken auf mich. Das verarbeite ich in meiner Kunst“, erzählt die junge Frau.

Uta Göbel-Groß griff ihre eigene Familiengeschichte auf, blickt auf die Jahre 1917 bis 2018 zurück und schlägt dabei den Bogen von den eigenen Großeltern bis hin zu ihrem Enkelkind. „Das ist eine intensive Zeitspanne. Es geht um den Alltag während der Kriegsjahre und die Frage, wie es mit den Generationen nach mir weiter geht“, schildert die Künstlerin ihren Ansatz. Ihre Arbeiten stehen unter dem Titel „Blick zurück in die Zukunft“.

„Identität ist fließend“, erklärt Gisela Klaßen. Sie hat in einer Installation Symbole wie Alpha und Omega eingearbeitet und zeigt einen Lebensbaum. „Ich komme vom Land, habe die Narben, die das Leben zufügt, mit einer Schippe symbolisch dargestellt“, erklärt Klaßen, die die Farbe Grün liebt und auch noch eine Maske aus dem Jahr 1994 zeigt, die ihr sehr am Herzen liegt.

„Das Projekt in der Aula Carolina, aber auch das ganze Jubiläumsjahr wird viel mit uns machen, uns nachhaltig verändern und viel Inspiration und künstlerische Kraft geben, die dann in zukünftige neue Projekte einfließen werden“, meint Hanne Werhan. Im kulturellen Begleitprogramm gibt es Musik, Tanz, Lesung und Performances mit Kunst- und Kulturschaffenden aus der Euregio, sowie Führungen und Themenabende mit einem Einblick in die Vereinsarbeit. Kunstinteressierte sind eingeladen, sich selbst bei Workshops kreativ zu betätigen.

Nach der Ausstellung in Aachen wandert das projekt ins belgische Eupen in den Schlachthof (10. August bis 1. September) und in das Museum Land van Valkenburg in den Niederlanden (18. August bis 10. November). Darüber hinaus finden in 2020 Präsentationen im Europabüro der Europa-Abgeordneten Sabine Verheyen, im Europaparlament Straßburg, im Culturcentrum Casino Beringen in Belgien und im niederländischen Terpkerk statt.

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