Jubiläum: PTA-Schule in Baesweiler wird 50 Jahre

Ausbildung : PTA-Schule feiert goldenes Jubiläum

Vor 50 Jahren wurden die ersten Ausbildungsgänge an der PTA-Schule, damals noch unter dem Namen Pharmazeutisch-Technische Lehranstalt, in Baesweiler angeboten. Am Samstag, 16. November, wird ab 14 Uhr der 50. Geburtstag gefeiert.

Eine junge Frau, die weiß was sie will, ist Denise Tüxen. Weil das so ist, fährt sie auch jeden Tag 100 Kilometer zur Schule und zurück. Das ist wahrlich kein Pappenstiel. Aber Frau Tüxen nimmt das gerne in Kauf, denn Sie hat ein Ziel.

„Ich mache das gerne, weil ich demnächst auch einen spannenden Beruf ausüben werde, der sehr viel Spaß macht“, versichert die 23-jährige künftige Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA). Die Schülerin aus Simmerath steckt mitten in der Ausbildung. Daher fährt sie jeden Tag nach Baesweiler in die Grabenstraße an das Pharmazeutisch-Technische Lehrinstitut, das für die Apotheken in der Städteregion Aachen zuständig ist. Hier findet der zweijährige theoretische Teil der Ausbildung statt, an den sich noch ein sechs-monatiges Praktikum in der Apotheke anschließt.

Denise Tüxen befindet sich im zweiten Jahr des Lehrgangs. Zuvor hat sie bereits die dreijährige Ausbildung zur Pharmazeutisch- Kaufmännischen Assistentin in einer Apotheke erfolgreich absolviert. „Meinen Job habe ich schon so gut wie sicher“, verrät die junge Frau. Sie wird nach ihrer Ausbildung in einer Apotheke in der Eifel arbeiten. Diese Zusage hat sie bereits.

„Die Aussichten, von einem Arbeitgeber übernommen zu werden, sind sehr gut“, ist sich Denise Tüxen sicher, auch wenn die Konkurrenz durch die Versandapotheken nicht zu leugnen ist.

Vor 50 Jahren wurden die ersten Ausbildungsgänge an der PTA-Schule, damals noch unter dem Namen Pharmazeutisch-Technische Lehranstalt, angeboten. „Seitdem haben wir etwa 1500 Schulabsolventen mit erfolgreich abgelegter Prüfung gehabt“, unterstreicht Schulleiterin Katrin Cremer den sehr erfolgreichen Weg im Jubiläumsjahr.

Am Samstag, 16. November, wird ab 14 Uhr der 50. Geburtstag gefeiert. Und dann werden neben Denise Tüxen viele weitere Schüler und Ehemalige, Dozenten, Prüfer sowie Vertreter des Städteregionsrats und ­Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens zugegen sein.

„Unter dem Motto ,Weißt Du noch damals…?’ werfen wir einen geschichtlichen Rückblick in die Anfänge der PTA-Schule“, kündigt Katrin Cremer an. Vorher haben von 10 bis 13 Uhr Interessierte die Möglichkeit beim „Tag der offenen Tür“ die Schule kennenzulernen und mehr über den PTA-Beruf zu erfahren.

Begonnen hat alles 1969 im Gebäude der ehemaligen Grundschule in Stolberg-Dorff unter der Leitung von Apotheker Alexander Strich. Bald war klar, dass die Organisation der Praktika nur mit einer hauptamtlich tätigen Lehrassistentin möglich ist. Und so wurde 1972 Hannelore Böhm eingestellt, die schnell zur „guten Seele“ des Hauses wurde.

Nach der Kündigung des Mietverhältnisses durch die Stadt Stolberg fand man neue Räumlichkeiten in der leerstehenden kaufmännischen Berufsschule Baesweiler an der Ecke Graben-/Otto-Hahn-Straße. 1985 startete dort der Schulbetrieb.

1997, inzwischen hatte Angela Redeker die Schulleitung übertragen bekommen, übernahmen niedergelassene Apotheker die Schule vom Kreis Aachen und führten sie in freier, gemeinnütziger Trägerschaft weiter. 2006 wurde die PTA-Lehranstalt Teil des Apothekerverbandes Aachen. Seit 2017 leitet Katrin Cremer die Schule, die 38 Lehrgangsplätze pro Jahr anbietet.

„Wir würden gerne viel mehr ausbilden wollen, aber die Kapazitäten sind halt begrenzt“, so Katrin Cremer. Derzeit läuft gerade das Bewerbungsverfahren für die neue Eingangsklasse, die im August 2020 startet. Eine Ausbildungsvergütung gibt es allerdings nicht. Katrin Cremer vor diesem Hintergrund: „Wir sind natürlich froh, dass die Aachener Apothekerschaft uns hier nach Kräften unterstützt und wir das Schulgeld entsprechend gestalten können.“

Welche Merkmale zeichnen die Einrichtung aus? „Wir sind eine kleine Schule mit familiärem Klima. Gegenseitige Unterstützung wird bei uns großgeschrieben“ nennt Katrin Cremer, selbst Lehrkraft neben zehn weiteren Dozenten einen Punkt, den auch Denise Tüxen gerne bestätigt.

(mali)