Aachen: Jetzt soll auch das Wasser nach Plan (ab)laufen

Aachen: Jetzt soll auch das Wasser nach Plan (ab)laufen

Obwohl beim Einreichen des Bauantrages die Unterlagen für die Entwässerung vergessen wurden, läuft in Sachen Kaiserplatz-Galerie noch alles nach Plan. So sieht es zumindest Herbert Diercke. Der Manager des 240-Millionen-Euro-Projekts betont, dass nicht etwa die Dokumente für die Kanalisation des geplanten Einkaufszentrums verschütt gegangen waren, sondern die Pläne für die Entwässerung der noch auszuhebenden Baugrube.

Nachdem der Bauantrag, wie berichtet, Mitte März der Stadtverwaltung vorgelegt worden war, beschäftigt diese sich seitdem mit der Prüfung auf deren Vollständigkeit. Dabei fiel jüngst auf, dass nicht an eine Lösung für anfallendes Regenwasser in der Baugrube gedacht wurde.

Diercke bittet um Verständnis dafür, dass bei einem Projekt dieser Größenordnung „noch die eine oder andere Sache nachgeliefert werden muss”. Er könne auch nicht ausschließen, dass zukünftig weitere Unterlagen nachgereicht werden müssen. Die Dokumente für die Entwässerung der Baugrube seien mittlerweile denn auch bei der Verwaltung eingegangen.

Eine davon abweichende Bewertung des Vorgangs wird dagegen von der Bürgerinitiative „Kaiserplatz-Galerie - aber anders!” artikuliert. Mit-Initiator Horst Schnitzler sieht die Gruben-Entwässerung als „elementaren Bestandteil des Bebauungsplans”. Der Politik biete sich durch den Fauxpas die Chance, das ganze Projekt in völlig neue Bahnen zu lenken.

Schnitzler, Ratsherr der UWG, hat auch schon Ideen, in welche Richtung es gehen sollte: „Die Einzelhandelsfläche halbieren, auf das Parkhaus verzichten und nicht nur den bereits vernichteten Wohnraum wieder herstellen, sondern auch zusätzlichen schaffen.”

Die Bürgerinitiative stellt klar, dass sie bezüglich der Kaiserplatz-Galerie keine Fundamental-Opposition betreibt, sondern das Projekt in kleinerer Dimension verwirklicht sehen will. Denn dass sich im Bereich der Unteren Adalbertstraße etwas tun muss, ist unstrittig. Seit die Vorarbeiten für die Kaiserplatz-Galerie begonnen haben, beklagen die im Umfeld ansässigen Geschäftsleute Umsatzeinbußen. Hamid Reza Ketabi zum Beispiel beziffert sein Minus auf über 70 Prozent. Für den Pizzeria-Inhaber erscheint es unverständlich, warum der Einkaufsmall-Investor rund die Hälfte der in der unteren Adalbertstraße verfügbaren Ladenlokale gekauft hat und sie jetzt leer stehen lässt. Der Attraktivität der Fußgängerzone sei das nicht sonderlich dienlich.

Kaiserplatz-Galerie Projektmanager Diercke ist der Meinung, dass die Vermietung der Ladenlokale keine Option sei, „weil es schwierig ist, jemanden dann wieder hinaus zu kriegen”. Zudem würde es sich schlicht nicht lohnen. „Wir sind von der Baugenehmigung nicht mehr so weit weg”, betont Diercke und hofft nun, dass sie zur Jahresmitte vorliegen wird.

Planungsdezernentin Gisela Nacken sagt: „Wir können noch nicht sagen, wann wir die Genehmigung erteilen können.” Rund sechs Wochen hatte die Verwaltung dem Investor nach Einreichen des Bauantrags für die Vervollständigung der Unterlagen Zeit gegeben. Die Frist ist überschritten. Diercke hebt hervor, das auch das für ein Projekt dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich sei: „Bei den Aachen-Arkaden war es genau so.”

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