Benefiz-Auktion beim NAK: Jetzt ist die Zeit reif für die stillen Gebote

Benefiz-Auktion beim NAK : Jetzt ist die Zeit reif für die stillen Gebote

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. Zügig setzte Auktionator Professor Henrik Hanstein sein weißes Hämmerchen ein, um die 89 Kunstwerke, die für einen guten Zweck versteigert werden sollten, an die Käuferin oder den Käufer zu bringen: In 90 Minuten waren 89 Kunstwerke versteigert.

„Ich habe ein gutes Gefühl heute Abend“, sagte Dr. Werner Dohmen, der Vorsitzende des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK), vor der Auktion. Er ist seit 1987 als Gründungsmitglied dabei und kennt die Dinge, die seitdem stattfinden. „Der Trend ist, dass viele Bieter von außerhalb kommen“, verriet er, und so war es selbstverständlich, dass der Beginn der Auktion angesichts eines Staus am Aachener Kreuz ein wenig verschoben wurde.

Viel Prominenz

Dennoch war der Saal eine halbe Stunde vor Beginn der vielsagenden Hammerschläge bereits gut gefüllt. Aachener Prominenz war zu sehen, vor allem aber waren etliche Künstler da, deren Werke für den NAK versteigert werden sollten. Und dann ging es los. Das Publikum raschelte mit den Auktionskatalogen, Stifte und Bieterkarten wurden gezückt.

Nummer 1 war ein Textilkunstwerk, ein blauer Schal von Eric Winkler mit einem Startpreis von 30 Euro, der rasch für das Dreifache verkauft war. Ruhig ging es weiter, auch als Arbeiten gestandener Aachener Künstler anstanden. Der „Artist Talk“ von Johanna Roderburg wechselte für 1500 Euro den Besitzer, 700 Euro über dem Startpreis. Karl von Monschaus „Toter Briefkasten“ war ebenso flott vergeben. Ein wenig zog es sich bei einem Porträt der Schauspielerin Charlotte Rampling, gemacht von dem Kölner Fotografen Albrecht Fuchs – für 900 Euro ein Schnäppchen, der Schätzpreis lag bei 2500 Euro.

Bis zum Ende blieb es ruhig, große Emotionen kamen nicht auf. Hin und wieder brauchten die Telefonbieter, die hinten im Raum standen, ein Sekündchen für ihre Gespräche, aber richtig aufgeregt war niemand. Nur ganz am Ende, bei der Nummer 89, kam deutlich Interesse bei verschiedenen Bietern auf angesichts einer Arbeit von Johannes Wohnseifer aus Köln: Ein rotes Wortspiel auf blauem Grund faszinierte mit dem vielsagenden Satz „I dreamed I am dead“.

(ipf)