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Kommentar zu Gesamtschulen: Jetzt herrscht Klarheit

Kommentar zu Gesamtschulen : Jetzt herrscht Klarheit

Jahrelang wurde für weitere Gesamtschulplätze in Aachen geplant. Nun heißt es plötzlich: Kommando zurück!

Blicken wir einmal kurz zurück: Schon im Juni 2018 hat der Aachener Schulausschuss die Verwaltung beauftragt, nach einem Standort für eine weitere Gesamtschule zu suchen. Das ist jetzt mehr als vier Jahre her. Im August 2020 wurde die Sache konkreter, und Aachens Schulpolitiker stellten die Weichen für den Ausbau der 4. Gesamtschule, unter anderem an einem dritten Standort Alkuinstraße. Und jetzt kommt wohl das Aus. Keine Erweiterung, kein neuer Standort.

Klar, die Aachener können nicht anders. Ohne die Zustimmung der Bezirksregierung lässt sich keine Schule erweitern oder gar neu gründen. Eine maßgebliche Rolle spielt aber auch die Schulentwicklung der vergangenen Jahre in den Nachbarkommunen Herzogenrath und Kohlscheid.

Dort wachsen die Gesamtschulen. Und Eltern können sehr pragmatisch sein. Wenn sie für ihr Kind in Aachen keinen Platz an der bevorzugten Schulform oder der gewünschten Schule bekommen, dann schauen sie auch mal über die Stadtgrenzen hinweg. Und wenn in der Nachbarkommune eine ziemlich neue Schule lockt und der Weg dorthin womöglich kürzer ist als zu einer Schule am anderen Ende von Aachen, dann wird ein Schulkind eben zum Pendler. Die Aachener sind da von der Entwicklung bei den Nachbarn überholt worden.

Die Erweiterung der 4. Gesamtschule hätte riesige Summen verschlungen. Von 55 Millionen Euro war mal die Rede. Wahrscheinlich wäre es noch sehr viel teurer geworden. Dieses Geld muss jetzt nicht aufgebracht werden. Aber auch die bisherige Vorplanung hat Geld, Arbeitskraft und Energie gekostet – nicht zuletzt an der 4. Gesamtschule, die ihr Konzept nun in die Tonne kloppen kann.

Allein schon mit Blick auf die Schulgemeinschaft an der Sandkaulstraße hätte man sich früher Klarheit gewünscht, was geht und was nicht.