Aachen: „Jazz-Bühne“: Eine virtuose Hommage an eine Ikone

Aachen: „Jazz-Bühne“: Eine virtuose Hommage an eine Ikone

Die US-amerikanische Jazz-Ikone Chet Baker war innerlich zerrissen und ein menschliches wie körperliches Wrack. Er führte ein wildes, unkonventionelles Leben, schlug häufig über die Stränge und war über viele Jahre schwerst heroinabhängig. Er hatte zwar die Droge zwischenzeitlich besiegt, aber letztlich den Kampf gegen sie verloren.

Chet Baker verstarb am 13. Mai 1988 im Alter von nur 59 Jahren, nachdem er in Amsterdam im Drogenrausch aus einem Hotelfenster gestürzt war. Aber der populäre Vertreter des Cool-Jazz war mehr als ein musizierender Junkie, der hinter der Droge her jagte und ständig high war. Der 1929 als Chesney Henry Baker jr. geborene Chet Baker, war ein furioser, virtuoser und innovativer Jazz-Trompeter, der der Nachwelt eine Vielzahl grandioser Tondokumente und zauberhafter Interpretationen großer Jazz-Highlights hinterlassen hat.

Grund genug für Heribert Leuchter und seine Band „Swing.it“, diesem Meister der Trompete und des Flügelhorns bei der „JazzBühne“ im Grenzlandtheater ein musikalisches Denkmal zu setzen.

„Sein Spiel und seine Musik waren charmant, geschmackvoll und elegant, und er hat aus dem Jazz eine kunstvolle Unterhaltungsmusik geschaffen, deren romantische und ästhetische Aura bis heute nachhallt“, erläutert Gero Körner, Pianist von „Swing.it“, die Faszination, die von Chet Baker und dessen Musik ausgeht.

Bandleader Heribert Leuchter (Saxofon), Steffen Thormählen (Schlagzeug), Manfred „Manni“ Hilgers (Kontrabass) und Pianist Gero Körner sowie „Chet Baker“ Mac Huynen (Trompete) verstanden es eindrucksvoll, die melancholisch-schöne und eindrucksvolle Musik Chet Bakers zur Freude des begeisterten Publikums hervorragend zu interpretieren. In ihrer erfolgreichen Zeit lieferten sich Baker und sein kongenialer Partner Gerry Mulligan, in dessen Quartett er spielte, mit Trompete und Saxophon einen wahren Schlagabtausch in der Wechselwirkung ihrer Instrumente. Das machte sie als furioses Duo innerhalb des Quartetts populär. Heribert Leuchter und Marc Huynen reproduzierten in Grenzlandtheater dieses Wechselspiel und erhielten dafür reichlich Szenenapplaus — wie übrigens alle Musiker an diesem lauschig-launigen Sonntag für ihre Solo-Passagen vom sehr interessierten Publikum. Viel Raum hatte auch Pianist Gero Körner, der neben Trompete und Saxofon in den meisten der 16 zelebrierten Songs mit seinem Piano tragenden Einsatz fand.

Natürlich durfte neben Höhepunkten aus Bakers musikalischem Schaffen auch sein größter Hit „My funny Valentine“ nicht fehlen. Die musikbegeisterten Gäste folgten den fünf hochkarätigen Musikern bei ihrem Spiel hochkonzentriert und genossen sichtlich jede Minute der Darbietung. Mit von der Partie auch Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, der in seiner „Sendung mit der Maus für Erwachsene“ Wissenswertes über den unvergessenen Musiker zu berichten wusste.