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Gastro-Test: Italienisch: Toscana in Aachen

Gastro-Test : Italienisch: Toscana in Aachen

Gegenüber des Hauptbahnhofs findet man hinter einer unscheinbaren Fassade das italienische Restaurant Toscana. Im Eingangsbereich steht eine Vitrine mit den Autogrammkarten einiger Berühmtheiten, die hier schon gegessen haben: Armin Laschet befindet sich in bester Gesellschaft mit Guido Westerwelle und Otto Waalkes.

Wegen der kühlen Temperaturen verzichten wir auf einen Tisch auf der großen Hinterhofterrasse und wählen einen Platz im Inneren. Die Einrichtung erinnert ein wenig an die 1980er Jahre: graue Stuhlhussen, terrakottafarbene Bodenfliesen, Marmorsäule, Vorhänge und abstrakte Kunst an den Wänden. Der charmante und aufmerksame Service lenkt unsere Aufmerksamkeit mit italienischer Nonchalance auf das Tagesmenü.

Wie probieren das sechsgängige Überraschungsmenü (69 Euro) und das viergängige Tagesmenü (49 Euro), dazu einen spritzigen weißen Hauswein.

Bei den sechs Gängen starten wir mit Carpacchio mit Zitronen, Öl und Parmesan, einem nussigen Vitello Tonnato und Roastbeef mit Rucola und selbstgemachter Mayonnaise, gefolgt vom Dreierlei vom rohen Fisch: Thunfisch mit Mango-Ingwer-Vinaigrette, marinierter Lachs mit rotem Pfeffer, Flusskrebs mit Melone und Dill. Beides eine herrliche Zusammenstellung typischer Köstlichkeiten.

Zum Start des Tagesmenüs gibt es ein zartes Roastbeef mit gebratenen Kräutersaitlingen. Als Zwischengang kommen Linguine mit Trüffeln, am Tisch frisch gehobelt, gefolgt von glasig gebratenem Kabeljau auf grünem Spargel mit körniger Senfsauce sowie Pacchiera in sämiger Flusskrebssauce auf den Tisch. Der knackige Spargel ist mit einem delikaten Pesto-Topping garniert. Die Portionsgrößen sind gut auf die Vielzahl der Gänge abgestimmt, das wunderbare Essen überfordert den Magen nicht.

Ein erfrischendes Zitronensorbet bereitet unsere Gaumen auf den Hauptgang vor: im Backofen geschmortes Zicklein. Das Beilagengemüse ist zwar etwas unscheinbar, das Zicklein dafür eine saftige Köstlichkeit.

Der Hauptgang des Tagesmenüs besteht aus einem herrlich sanft gebratenen Wildlachs in Champagnersauce. Eine schöne Geste des Hauses: der Nachtisch des Tagesmenüs erfährt kurzerhand ein Upgrade, so dass es für alle eine Variation mit Schokomousse, Tiramisu, Himbeereis, Panna Cotta mit Himbeersauce gibt.

Insgesamt haben wir für einen sehr fairen Preis ein italienisches Menü auf hohem kulinarischen Niveau genossen. Der aufmerksame Service trägt gut zu der gastfreundlichen, familiären Atmosphäre des Hauses bei. Zum Abschluss bekommen wir einen selbst gebrannten Grappa aufs Haus, von dem wir beim nächsten Besuch bestimmt eine Flasche (40 Euro) mitnehmen werden.