Aachen: IT-Spionage in Aachener Firma: Neuer Kriminalroman von Ingrid Davis

Aachen: IT-Spionage in Aachener Firma: Neuer Kriminalroman von Ingrid Davis

Wie lange braucht man, um ein gutes Buch zu schreiben? Die Aachener Autorin Ingrid Davis hat an ihrem jüngsten Werk — 350 Seiten stark — ein halbes Jahr gearbeitet. „Aber unter normalen Umständen braucht man etwas länger, vielleicht auch ein ganzes Jahr“, sagt sie.

Davis hatte beim Schreiben ihres neusten Buches das Glück, dass sie vier Wochen lang Urlaub hatte. „Den habe ich eigentlich nur fürs Buch verwendet“, erklärt sie und schmunzelt. Für sie fühle sich das Schreiben nicht wie Arbeit an.

Davis, Jahrgang 1969, ist geborene Aachenerin. Bereits im Alter von zehn Jahren hatte sie ihre ersten Kurzgeschichten geschrieben. Ihren ersten Kriminalroman veröffentlichte sie im vergangenen Jahr, damals noch unter dem Titel „Vergeben und Vergessen“ als Self-Publishing-Ausgabe. Mit ihrem Debüt feierte Davis auf Anhieb Erfolg, ihr Krimi verkaufte sich mehrere hundert Mal und musste sogar nachgedruckt werden.

Ihr zweites Buch, „Aachener Intrigen“, ist nun im KBV-Verlag erschienen und zugleich als zweiter Teil der Reihe zu verstehen. Zusätzlich dazu hat der Verlag auch Davis‘ erstes Buch noch einmal neu aufgelegt, das nun leicht überarbeitet unter dem Titel „Aachener Todesreigen“ erhältlich ist. Von beiden Büchern wurden vorerst jeweils 3000 Exemplare gedruckt.

Wie schon der erste Fall dreht sich „Aachener Intrigen“ um die Detektivin Britta Sander, die zusammen mit ihrem Kollegen Eric Lautenschläger ermittelt. Im neuen Buch bekommen es die beiden mit einem Fall von Wirtschaftsspionage zu tun. Der IT-Spezialist Tahar Karim bittet die Ermittler um Hilfe, weil es in einem Aachener IT-Unternehmen einen Maulwurf gibt, der Forschungsgeheimnisse ausspioniert und an die Konkurrenz weiterverkauft. Sander und Lautenschläger schleusen sich in die Memento GmbH ein, wo sie schnell eine brandgefährliche Verschwörung aufdecken. Es dauert nicht lange, bis Karim nur knapp einem Anschlag entgeht und ein Forscher in seinem Labor brutal ermordet wird…

Das Spannende an dem Krimi: Er führt die Protagonisten quer durch Aachen. „Britta Sander wohnt auf der Lütticher Straße, das Technologie-Unternehmen ist auf der Hüls angesiedelt und der Mordanschlag wird in Burtscheid verübt“, teasert Davis an. Die Charaktere entwickelten sich im zweiten Buch zwar weiter, man könne „Aachener Intrigen“ aber auch verstehen, ohne das erste Buch gelesen zu haben, wie Davis betont.

Für sie als Autorin sei es bei alledem nicht besonders schwierig gewesen, ihre Figuren im zweiten Buch weiterzuentwickeln. „Es mag sich komisch anhören, aber man lernt seine Charaktere besser kennen und weiß, wie sie in der jeweiligen Situation handeln würden.“ Anspruchsvoll sei es hingegen, einen Kriminalfall zu schreiben, der weder zu kompliziert noch zu einfach ist. „Man muss dem Leser schon eine Chance geben, den Mörder zu erraten. Aber idealerweise nicht auf Seite 30“, führt Davis mit einem Lachen aus.

Dabei scheinen der Aachenerin die Einfälle derzeit nicht auszugehen. Das dritte Buch mit dem Titel „Aachener Gangster“ ist bereits fertiggeschrieben und soll noch im Herbst dieses Jahres erscheinen.

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