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Kundgebung vor dem Super C: Iranische Studierende fordern Freiheit und Demokratie für ihr Heimatland

Kundgebung vor dem Super C : Iranische Studierende fordern Freiheit und Demokratie für ihr Heimatland

Im Rahmen einer höchst emotionalen Kundegebung haben sich am Mittwochnachmittag rund 300 iranische Studierende in Aachen an die Seite der Demonstranten im Iran gestellt.

Prof. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen, unterstützte ihr Engagement für Freiheit im Iran ganz ausdrücklich. „Der Austausch von Ideen und die Meinungsfreiheit sind Grundvoraussetzung an jeder Universität“, sagte er und betonte zudem ausdrücklich, wie wichtig und schützenswert der Campus als Ort der Wissenschaft sei.

Im Iran haben sich Studierende und Wissenschaftler der iranischen Universitären schon vor geraumer Zeit den Massenprotesten angeschlossen. „Uns allen geht es um Freiheit und Demokratie im Iran“, sagt Amin Rahmati, einer der Organisatoren der Kundgebung vor dem Super C. Er und seine Mitstreiter der Vereinigung iranischer Studenten und Studentinnen in Aachen (ISA) machten mobil und sorgten für ein Programm, das unter die Haut ging.

Auf der Bühne erscheint ein Soldat und knüppelt eine Frau mit verrutschtem Kopftuch nieder. „Ehrloser, Ehrloser“, quittiert das Publikum seine Tat. Mit solch szenischen Darstellungen macht eine kleine Theatergruppe deutlich, was ein Leben in Unterdrückung und Bevormundung tatsächlich bedeutet. Vor der Bühne hat sich eine junge Frau mit einer langen weißen Schärpe postiert, auf der die Fotos und Namen unzähliger Menschen zu finden sind, die unter dem Regime der Mullahs zu Tode gekommen sind.

Weltweit haben zeitgleich mehr als 100 Universitäten solche Solidaritätsbekundungen organisiert. Sie alle setzen sich für Freiheit und Demokratie im Iran ein. Auch in Aachen skandierten die Menschen vor dem Super C am Templergraben immer wieder „Frau. Leben. Freiheit“. Bereits seit neun Wochen demonstrieren die Menschen im Iran gegen das Regime der Islamischen Republik und fordern dessen Sturz. „Über 400 junge Menschen wurden deshalb bereits getötet und etwa 18.000 wurden inhaftiert“, sagen die iranischen Studenten in Aachen und hoffen auch in Zukunft auf die Unterstützung der Aachener Bevölkerung. Sie wollen den Menschen im Iran auf diesem Weg ein Zeichen der Hoffnung übermitteln.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt zögerte nicht, den jungen Iranern ihre Unterstützung zu gewähren. „Wir können das nicht hinnehmen“, sagte sie mit Blick auf die zahlreichen Toten und Inhaftierten des iranischen Regimes und warb für Demokratie und Meinungsfreiheit auch im Iran. Demokratie erfordere zwar viel Kraft und Arbeit, sei aber die einzig gangbare Staatsform, betonte sie und forderte die Studentinnen und Studenten auf, ihre Forderungen auch in Zukunft lautstark kundzutun.

Vor dem Super C forderten die Demonstranten immer wieder den Sturz des iranischen Regimes, und Bundestagsabgeordnete Ye-One Rhie (SPD) meldete sich mit einer Grußbotschaft aus Berlin. Auch sie ermunterte die Menschen zum Protest. Die Vereinigung iranischer Studenten sorgte ihrerseits mit vielen Details für ein Programm, das die Menschen immer wieder aufs Neue fesselte: Da stiegen Luftballons in den Farben des Iran in die Luft und eine weißen Friedenstaube flog in den Himmel. Und die Menschen sangen eine persische Hymne, die eigens als Alternative zur gängigen Hymne komponiert worden war.

Insgesamt machten die Studentinnen und Studenten deutlich, wie wichtig es ihnen ist, die Menschen in ihrem Heimatland zu unterstützen. Und auch der Gedanke an die Ukraine und ihre vom Krieg betroffenen Menschen schien da irgendwie mit eingeschlossen zu sein.