Merzbrück: Integratives Segelflug-Jugendcamp in Merzbrück war ein voller Erfolg

Merzbrück : Integratives Segelflug-Jugendcamp in Merzbrück war ein voller Erfolg

Eigentlich ging es um eine Bilanz kurz vor dem Ende des 13. Integrativen Segelflug-Jugendcamps am Flugplatz Aachen-Merzbrück, allerdings stellte sich schon früh heraus, dass sich hinter der Bilanz vor allem ein großes Lob verbarg, welches das Organisationsteam gleich mehrfach zu hören bekam.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt, Elisabeth Paul, stellvertretende Städteregionsrätin, Stefan Klett, Vizepräsident des Landesportbunds NRW, oder auch Dr. Gerwin Reinink von der Staatskanzlei NRW sowie viele andere Lokalpolitiker überzeugten sich vor Ort von der einzigartigen Stimmung und Atmosphäre, die auf dem Flugplatz herrschte.

Die 102 jungen Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren ließen sich selbst von den heißen Temperaturen nicht bremsen. In den frühen Abendstunden des letzten Abends bereiteten sie gemeinsam mit den Betreuern ein großes Grillfest vor. Die Band „Bohei“ aus Eschweiler sorgte für Partystimmung, zu der sich neben viel Freude auch ein wenig Wehmut mischte. Denn fünf Tage gingen einfach viel zu schnell rum. „Es war eine wirklich tolle Zeit“, sagte der 19-jährige Rico, der bereits zum sechsten Mal an dem Camp teilnahm.

„Die Harmonie passte einfach und ich merke nun, dass ich mich selbst auch verändert habe. Mittlerweile kann ich viel besser und offener auf andere Menschen zugehen. Früher ist mir das viel schwerer gefallen“, ergänzte er. Für ihn stand deshalb schon am letzten Abend fest, dass er nächstes Jahr wieder am Start ist, aber dann sogar als Betreuer.

Eine Entscheidung, die Sozialarbeiterin Jamie Görtz nachvollziehen kann. „Hier klappt alles reibungslos und von der bunten Mischung profitieren alle“, betonte sie.

Die „bunte Mischung“, wie es Görtz beschrieb, sieht zahlenmäßig so aus: 35 Teilnehmer waren nicht deutscher Herkunft, 16 verschiedene Nationen, darunter junge Menschen aus der Türkei, aus Libyen, Afghanistan, Mali oder auch aus Belgien oder Holland, machten das Camp nicht nur integrativ, sondern zugleich international.

34 Jugendliche mit und ohne Behinderung, davon vier gehörlose Campteilnehmer, lebten das, was häufig nur in der Theorie ein Thema ist: ein grenzüberschreitendes Miteinander. Obwohl die Verständigung untereinander durchweg gut klappte, finanzierte die Städteregion Aachen einen Gebärdensprachkurs, den alle Betreuer erfolgreich absolvierten. Zwar war der Kurs laut Aussagen der Kursteilnehmer nicht ganz einfach zu bewerkstelligen, aber es hat sich gelohnt. Und manchmal brauchte es gar keine Worte zur Verständigung. Etwa dann, wenn man anhand der strahlenden Gesichter erkennen konnte, dass der Flug über den Wolken grandios war.

Neben Flugeinheiten besuchten die Jugendlichen die Nato-Airbase in Geilenkirchen. Auf dem Militärflugplatz erfuhren sie nicht nur eine Menge über den Job eines Piloten, sie lernten gleichzeitig wie Feuerwehr und Sanitäter arbeiten. Aber auch zum Quatschen und entspannten Beisammensein blieb genügend Zeit.

Uschi Brammertz, Cheforganisatorin des Camps, freute sich allerdings nicht nur über die fünf tollen Ferientage. „Insgesamt haben schon mehr als 1500 Jugendliche mit und ohne Handicap von den verbindenden Ferienmaßnahmen profitiert. Nie zuvor gab es so viele Anmeldungen wie in diesem Jahr“, sagte Uschi Brammertz.

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