Integratives Segelcamp in Merzbrück kommt wieder sehr gut an

14. Auflage des Segelcamps : Integrativ in der Luft und am Boden

Auch vom Wetter ließen sich die 108 Teilnehmer den Spaß nicht nehmen. Zum 14. Mal hat der Verein zur Förderung Integrativer Jugendcamps ein Segelflugcamp in Kooperation mit dem Flughafen Merzbrück und dem Luftsportverein Aachen (LVA) veranstaltet.

Regenschauer stauchten die Flugzeiten zwar hier und da zusammen, dennoch konnten etwa 100 Flüge in den drei vorhandenen „Schulungsdoppelsitzern” gestartet werden. Die Stimmung unter den Jugendlichen war entsprechend gut.

Neben den Flugstunden – viele der Teilnehmer waren zum allerersten Mal in der Luft – bot das Camp alles, was man sich als Abenteurer wünscht: Hüpfburgen, Bastelstunden, Sportturniere, einen Trommelworkshop und abendliche Lagerfeuer-Atmosphäre vor den Zelten am Rande des Flugplatzes.

Der Verein zur Förderung Integrativer Jugendcamps hatte auch im Vorfeld der aktuellen Camp-Ausgabe seine hervorragenden Netzwerke genutzt. Geschäftsführerin Uschi Brammertz konnte abermals auf internationale Unterstützung zählen: Die Kiwani-Clubs aus Aachen, Brunssum, Eupen und Kerkrade-Landgraf konnten beispielsweise alle Campteilnehmer mit einem Shirt ausstatten, das die Kids noch lange an eine unvergessliche Zeit erinnern wird.

Jamie Goertz war als pädagogische Leiterin verantwortlich für den reibungslosen Ablauf im Camp. Die studierte Sozialpädagogin managte ein Team aus 17 Betreuern und fünf Helfern, die rund um die Uhr für die Belange der Gäste bereitstanden. „Die Jugendlichen sind in sechs Untergruppen unterteilt worden. Jede Gruppe hatte zwei feste Betreuer, die als erste Bezugspersonen dienten”, erklärte Goertz.

Dass Kinder mit und ohne Handicap am Merzbrücker Flughafen zusammenkommen, ist seit Jahren das Kernprinzip der Vereinsarbeit. Goertz bestätigte, dass es bei der ersten Begegnung der Kinder oftmals merkliche Berührungsängste gebe. Die Camp-Atmosphäre sorge aber dafür, dass diese Ängste schon binnen weniger Minuten kein Thema mehr seien.

Quasi von der Schulbank weg waren die Kids am Freitagnachmittag nach Merzbrück gereist. Nachdem alle Neuankömmlinge den farblich unterteilten Gruppen zugeordnet worden waren, gab es eine erste „Lagerrunde”. Verhaltensregeln und Organisatorisches wurden erläutert. Am selben Abend noch standen dann die ersten Abflüge auf dem Programm. Die Untergruppen hatten einzelne „Flugtermine”. Insgesamt trauten sich 88 Teilnehmer in die Segelflieger. Schnell stellte sich eine intensive Gruppendynamik ein – wer Angst hatte, der wurde sofort von seinen Kameraden unterstützt. Aber natürlich musste niemand fliegen, der nicht wollte.

Der Camp-Alltag wurde durch viele externe Angebote erweitert, „Cheerleading, Rhönrad-Fahren oder Bauchtanz-Kurse wurden beispielsweise von geschultem Personal angeboten. Neben einem Ausflug zur Nato Air Base in Geilenkirchen erkundeten die Kinder und Jugendlichen auch das gesamte Flughafengelände. Hangars, Tower, Windräder und die Sendestation von „Antenne AC” öffneten ihre Tore. Dank der engen, grenzüberschreitenden Vernetzung konnten in diesem Jahr zehn Teilnehmer aus Belgien und den Niederlanden begrüßt werden. „Der Flughafen ist das passende Symbol. Hier im Camp lebt man international zusammen”, bekräftige Brammertz.

Für einige Kinder und Jugendliche geht es bereits in wenigen Wochen weiter mit dem Spaß: Vom 9. bis zum 13. August veranstaltet der Verein wieder das traditionelle integrative Segelcamp auf dem Rursee in Woffelsbach.