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Aktion in Aachen: Integration ist 365 Tage im Jahr eine Aufgabe

Aktion in Aachen : Integration ist 365 Tage im Jahr eine Aufgabe

Das zweite „Festival der Vielfalt“ findet dieses Jahr im Depot statt. Im Mittelpunkt steht dabei die „Teilhabe“ in allen Lebensbereichen.

13 Mal lief der Tag der Integration mit vollem Programm und ausgefeilter Vorbereitung im Eurogress – bis wegen der Coronapandemie die Bremse gezogen wurde. Stattdessen bildete das „Festival der Vielfalt“ im vergangenen Jahr die multikulturelle Stadtgesellschaft ab.

Das „Ersatzprodukt“ kommt jetzt noch einmal zum Einsatz, weil die Vorbereitung des Tags der Integration enorm viele Kräfte im Fachbereich binde, die ohnehin durch die Betreuung und Versorgung von ukrainischen Geflüchteten stark ausgelastet seien, wie Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration der Stadt Aachen, mitteilte. Allerdings soll das diesjährige Festival „noch besser“ werden.

So schwierig ist das sehr wohl nicht, denn im vergangenen Jahr gab es aus Infektionsschutzgründen lediglich eine Online-Version. Dieses Mal freuen sich alle Organisatoren auf ein Fest vor Ort, nämlich im und vorm Depot Talstraße. Am Samstag, 3. September, gibt es von 14 bis 18 Uhr Musik, Poetry Slam, kulinarische Leckereien, Graffity- und Mal-Mitmach-Aktionen, aber auch einen wissenschaftlichen Vortrag und jede Menge Infos zum Thema Integration, zum Beispiel durch eine offene Sprechstunde des Integrationsrats. „Wir schaffen einen Raum für Begegnung, Teilhabe und Sichtbarkeit“, kündigte Nenja Ziesen, Integrationsbeauftragte der Stadt, an.

Mit im Boot ist dieses Mal das Quartiersmanagement, das fünf Stadtteilbüros betreibt. Das für Aachen-Nord sitzt im Depot, ebenso wie das Engagementcenter, das kurzerhand dort eingerichtet wurde, um Geflüchtete – aus der Ukraine und anderen Ländern – und Ehrenamtliche zusammenzubringen.

„Das ‚Festival der Vielfalt‘ ist für uns auch Gelegenheit, das Quartier noch sichtbarer ins Depot einzuladen. Zwar ist die Öffnung durch das Engagementcenter und den Einzug des Stadtteilbüros schon viel sichtbarer, aber noch nicht bei allen Menschen im Quartier angekommen“, meinte Myriam Rawak, Teamleiterin der Stadtteilbüros. Auch deshalb binde man Menschen aus dem Quartier als aktiv Mitwirkende beim „Festival der Vielfalt“ ein.

Die VHS wiederum hat nicht zuletzt durch das Programm „NRW weltoffen“ einiges zum Thema Vielfalt der Kulturen und Willkommenskultur zu sagen und ist daher ein ebenfalls Kooperationspartner. Gerade läuft ein vom Auswärtigen Amt unterstütztes Austauschprogramm mit einer britischen Partnerstadt, „bei dem beide Seiten in Sachen Prävention gegen Rassismus und Kampf gegen rechts voneinander lernen wollen“, berichtete VHS-Leiterin Beate Blüggel.

Der britische Besuch werde beim „Festival der Vielfalt“ die Gelegenheit nutzen, Netzwerke zu knüpfen. Migrationsforscher Mark Terkessidis geht dem noch recht neuen Phänomen „Einwanderungsland Deutschland“ in einem Vortrag mit anschließender Diskussion auf den Grund.

„An 365 Tagen im Jahr verfolgen wir unsere Aufgabe der Integration. An einem Tag wollen wir die Vielfalt und Offenheit der Stadtgesellschaft feiern“, gab Frankenberger das Motto für den Tag aus. Das „Ersatzprodukt“ soll nichts vermissen lassen.

Das Programm findet sich unter www.tagderintegration-aachen.de/aktuelles.