Aachen: Innovativ auch im Sozialbereich

Aachen: Innovativ auch im Sozialbereich

Menschen mit Migrationshintergrund eine gute Anstellung bieten und ihnen mit Sprachkursen oder einer Unterkunft dabei helfen, sich schnell in der neuen Heimat einzufinden — so hat das Aachener Engineering Unternehmen FEV sich die diesjährige Würdigung für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund verdient.

Im Rahmen des Tages der Integration jährlich vergeben, wurde der Empfänger der Auszeichnung in diesem Jahr erstmals vom Business Network Aachen ausgewählt. Seit zehn Jahren feiert der Tag der Integration Aachens kulturelle Vielfalt, gibt helfenden Organisationen eine Plattform und ermöglicht den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern. Im Zuge des Fachkräftemangels sei die interkulturelle Öffnung der Unternehmen eines der wichtigsten Instrumente der Integrationsarbeit, so die Integrationsbeauftragte der Stadt Aachen, Heidemarie Ernst.

Die FEV, 1978 als Forschungsgesellschaft für Energietechnik und Verbrennungsmotoren gegründet, ist inzwischen auch vermehrt auf dem Gebiet von Elektro- und Hybridautos tätig.

An zahlreichen Standorten arbeiten weltweit etwa 4000 Mitarbeiter, davon 2500 am Hauptsitz in Aachen und Alsdorf. Die Aachener Mitarbeiter stammen aus 64 Nationen, neben Heimatländer in der EU kommen viele ursprünglich aus Indien, China oder der Türkei.

Auch beschäftigt die FEV bereits einige Geflüchtete aus Syrien als Praktikanten. Bevor diese Gruppe neuer Mitbürger jedoch in größerer Zahl bereit für den Arbeitsmarkt ist, besteht die Integrationsarbeit jedoch zunächst vor allem noch in der Familienzusammenführung, der Fortbildung und Sprachausbildung, erklärt Integrationsbeauftragte Ernst.

Die Vielfalt der Nationen in der Belegschaft der FEV war das ausschlaggebende Kriterium für das Business Network, das Engineering Unternehmen für seine Integrationsdienste zu ehren. Insbesondere wurde unter die Lupe genommen, ob die Diversität auch auf der Führungsebene noch sichtbar ist. „Dabei haben wir festgestellt, dass hier auf allen Etagen Integrationsarbeit vorgelebt wird“, so Ahmeticri Agirman vom Business Network Aachen.

In einem Sprachenwirrwarr endet das aber nicht: „Gemeinsam ist allen Beschäftigen die Sprache der Ingenieure und die Verfolgung gemeinsamer Ziele“, so Geschäftsführer Dr. Ernst Scheid, der die Würdigung stellvertretend entgegen nimmt. Dass aber nicht ausschließlich in Formeln und Variablen kommuniziert werden muss, dafür sorgen Englisch- und Deutschkurse, die die Firma für in- wie ausländische Mitarbeiter anbietet.