Aachen: Innenstadtkonzept: Neuer Plan, neue Ziele, alte Probleme

Aachen: Innenstadtkonzept: Neuer Plan, neue Ziele, alte Probleme

Die Anfänge waren durchaus holprig - und die Themen haben einst Kommunalwahlen entschieden. Das war vor mehr als 20 Jahren, als Begriffe wie „fußgängerfreundliche Innenstadt” oder „Aachener Frieden” den Beginn der „Innenstadtkonzepte” markierten.

Seit zehn Jahren läuft das deutlich koordinierter. Denn so lange gibt es das „Innenstadtkonzept 2002”. Der konzeptionelle Meilenstein der Stadtentwicklung soll nun eine Neuauflage erfahren - in Form des „Innenstadtkonzepts 2012”. Gleichzeitig wird Bilanz der vergangenen zehn Jahre gezogen. Unter anderem in Form einer als Entwurf vorliegenden, über 60 Seiten starken Broschüre, die demnächst veröffentlicht werden soll. Zunächst allerdings berät die Politik über erledigte und noch offene „Baustellen” sowie zukünftige Handlungsfelder. Und das sieht im Überblick so aus:

Die Anfänge

Ein erstes Maßnahmenpaket wurde 1986 vorgelegt und umfasste insbesondere Projekte der Wohnumfeldverbesserung. Eine der umgesetzten Maßnahmen war die Umgestaltung des Marktes. Laut Verwaltung habe das erste Innenstadtkonzept „das Ende der Entwicklung zur autogerechten Stadt” markiert. So sei das Leitthema „fußgängerfreundliche Innenstadt” Ende der 1980er Jahre entstanden - mit allen explosiven Diskussionen. Letztlich habe es besagten „Aachener Frieden” mit dem Handel, einen Konsens über die Umgestaltung des Friedrich-Wilhelm-Platzes, gegeben. 1999 schließlich wurde ein neues Innenstadtkonzept extern in Auftrag gegeben.

Innenstadtkonzept 2002

Die Neuauflage formulierte insbesondere die Ziele: Einzelhandelsstärkung, Altstadtaufwertung und Vernetzung der Kernbereiche, Weiterentwicklung des Hochschulviertels und des Bahnhofsviertels. Hinzu kamen im Laufe der Jahre die Archäologie, die Euregionale, die Konjunkturprogramme und zuletzt ein - immer noch nicht fertiges - Busnetzgutachten und die Campusbahn. 77 Projekte wurden 2002 eingereicht, 65 als realistisch angesehen. Davon sind heute 26 fertig, elf vor der Umsetzung und 14 geplant - das sind etwa 80 Prozent. Zahlen dazu: In den Pfalzbereich, das Centre Charlemagne sowie in die Dom- und Rathaussanierung wurden und werden 24,8 Millionen Euro investiert, in den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofstraße 2,6 Millionen, in den Elisengarten inklusive Archäologie 4,2 Millionen, in den Templergraben 3,5 Millionen, in Holz- und Dahmengraben 900 000, in die Ursulinerstraße 660 000, in die Verbindung Bahnhof/Innenstadt inklusive AM-Treppe 540 000, in Adalbert- und Großkölnstraße 1,6 Millionen und in den Bereich Prinzenhof (St. Leonhard) 4,4 Millionen und in weitere Umbauten 10,2 Millionen Euro.

Insgesamt konnten Fördermittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro an Land gezogen werden. Auch große private Projekte wurden realisiert - darunter Galeria-Kaufhof, Alter Posthof, EBV-Carree und AM-Neubau.

Innenstadtkonzept 2012

Doch nicht alles ist erledigt, wie die Verwaltung einräumt: „Nicht verschwiegen werden soll, dass Schlüsselstellen in der Innenstadt auch zehn Jahre nach dem Beschluss über das Innenstadtkonzept 2002 noch Baustellen (oder noch nicht einmal das) sind”, heißt es. Büchelparkhaus und Umgebung, Kaiserplatz (siehe Bericht unten), Bushof und Bahnhofsumfeld - da hapert es noch. Diese Bereiche sollen auch in der Fortschreibung auftauchen.

Weitergehen wird es vor allem mit dem Bereich rund um den Bushof bis hin zum Willy-Brandt-Platz, wobei der Bushof und seine Zukunft ein zentraler Bestandteil sein wird. Vor allem, wenn man ihn möglicherweise als Bushof gar nicht mehr braucht. Dazu soll es alsbald einen Workshop geben.

Weitere Handlungsfelder des neuen Konzepts sollen Wohnen, Mobilität und Umwelt, Stadtmarketing in Handel, Freizeit und Tourismus, Bildung, Ausbildung und Kultur, Baukultur sowie Interaktion und Dialog mit der Bürgerschaft sein. Die Überarbeitung des Werkes, der Workshop und das Konzept „Stadtraum Bushof”, die Vorbereitung eines Wettbewerbs und eine Bürgerbeteiligung sollen rund 100.000 Euro kosten. Beraten wird am Mittwoch in der Bezirksvertretung Mitte (17 Uhr, Rathaus) und Donnerstag im Planungsausschuss (17 Uhr, Verwaltung Lagerhausstraße).