Laurensberg: Initiative gegen Recyclinghof in Laurensberg

Laurensberg: Initiative gegen Recyclinghof in Laurensberg

Der städtische Plan, am Laurensberger Friedhof Hand einen neuen Recyclinghof einzurichten, ist für Walter Lennartz ein klarer Fall für die Mülltonne.

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Lennartz, Vertreter der Freunde des Sandhäuschens, und andere engagierte Laurensberger wehren sich gegen einen neuen Recyclinghof an der Südspitze des Friedhofs (unmittelbar an der Autobahn). Mit Sorge sehen sie die Sicherheit der etwa 2300 Kinder, die das benachbarte - allerdings durch den Friedhof von dem Recyclinghof deutlich getrennte - Schulzentrum besuchen.

Außerdem haben sie die Verkehrsbelastung der umliegenden Straßen im Blick. Verteilt wurde nun ein Flugblatt mit der unmissverständlichen Meinung der Initiative: „Kein Recyclinghof an Friedhof Hand und Schulzentrum!”

Beim Aachener Stadtbetrieb kann Peter Maier die plötzliche Aufregung nicht verstehen. „Wir sind noch in der ersten Beratungsrunde, müssten dort ohnehin noch Planungsrecht herstellen. Dazu zählt eine Bürgerbeteiligung.

Und es gehört zum guten Brauch des Stadtbetriebs, dass wir mit den betroffenen Bürgern und Politikern sprechen”, erklärt er. „Es gibt keinen Grund für diese Aufregung. Es wird noch zwei, drei Jahre dauern, ehe so ein Recyclinghof gebaut werden würde.”

Aktuell gibt es in Aachen drei Recyclinghöfe, in denen Bürger unter anderem Altmetall, Papier, Gelbe Säcke, Holz, Grünschnitt und Elektrogeräte entsorgen können. Das Problem: Alle drei liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt in Brand (Camp Pirotte), Eilendorf (Kellershaustraße) und Rothe Erde (Lilienthalstraße). Der gesamte Norden der Stadt verfügt über keine solche Müllannahmestelle. Und genau deswegen will die Stadt ja einen neuen Standort einrichten.

„Es gibt seit Jahren im Aachener Norden den Wunsch, nicht immer quer durch die Stadt zu den drei vorhandenen Höfen fahren zu müssen. Unsere Standorte sind bislang unsere Schwachstelle”, erklärt Maier. Zumal die Konkurrenz durch privatgewerbliche Entsorger immer größer werde. „Recyclinghöfe werden immer bedeutender. Gleichzeitig will niemand einen vor der Haustür haben.

Die südliche Spitze des Friedhofs Hand ist eigentlich ideal und auch verkehrlich gut anzubinden”, sagt der stellvertretende Leiter des Stadtbetriebs. Bei dem anvisierten Standort handelt es sich um eine sogenannte Ergänzungsfläche, in der es auch noch keine Beerdigung gegeben hat. „Alles andere wäre pietätlos”, findet Maier.

Die Freunde des Sandhäuschens wollen sich mit der Planung - egal in welchem Stadium sie sich befindet - dennoch nicht anfreunden. Mit einem Flugblatt wettert die Initiative nun gegen den Recyclinghof am Friedhof. Die Laurensberger werden aufgefordert, die Bürgerfragestunde in der nächsten Sitzung der Laurensberger Bezirksvertretung am Mittwoch, 7. November, 17.30 Uhr, zu nutzen, um die Politiker für ihre Sorgen zu sensibilisieren.

Die hatten das Thema bereits zur Beratung und dem Stadtbetrieb ein paar offenen Fragen mit auf den Weg gegeben - etwa zum Schwerlastverkehr. Die Initiative sieht Laurensberg, Richterich und Vetschau durch den Recyclinghof mit einem „massiven zusätzlichen Verkehrsaufkommen” konfrontiert.

Insbesondere Laurensberger Straße, Laurentiusstraße und Rathausstraße wären betroffen. „Schon jetzt ist für die Anwohner der Rathausstraße durch den bestehenden Verkehr das zumutbare Maß an Belastung deutlich überschritten”, heißt es wörtlich.

Die Initiative rechnet mit 8000 weiteren Fahrten pro Woche. Verlässliche Zahlen sind das aber nicht. Sie basieren auf einer Zählung in Brand. Dort wurden 2011 3960 Nutzer pro Woche ermittelt - und alle fuhren natürlich an und ab.

Hunderte, gar tausende Autos mehr am Tag, dazu eben die Lastwagen, die den Müll abtransportieren - das will die Initiative nicht. Peter Maier kann dazu nur sagen: „Wir sind noch ganz am Anfang der Planung. Wir werden mit allen sprechen.”

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