Aachen: In die Pedale: Zugvogel landet in der Schule

Aachen: In die Pedale: Zugvogel landet in der Schule

Für den elfjährigen Nils ist der Fahrradparcours, der die Motorik und den Gleichgewichtssinn testet, kein Problem. Der Fünftklässler strebt da schon nach größeren Revieren. Vielleicht sogar nach der Tour de France?

Kann sein, jetzt steht er aber vor allem stolz neben den beiden Olympiasiegern Jan Ullrich und Olaf Ludwig.

Dass die beiden Radgrößen sich das Treiben an der Maria-Montessori-Gesamtschule genauer anschauen, hat nämlich einen Grund, wie Holger Sievers vom Aachener Radsportverein Zugvogel und Koordinator des Projektes, erklärt: „Unser Verein hat das Schulprojekt ‚Rad macht Schule‘ ins Leben gerufen, bei dem Ludwig Schirmherr ist. Ziel ist es, Kindern von der fünften bis zur achten Klasse das Radfahren und einen sicheren Umgang damit näher zu bringen. Gerade wegen der Umstellung auf Ganztagsschulen nutzen wir die Chance, direkt die Schulen zu kontaktieren und mit ihnen zu kooperieren.“

Dabei besuchen Mitarbeiter des Vereins einmal wöchentlich die Schule, um den Kindern, die das Projekt alle im Rahmen der schuleigenen Fahrrad-AG besuchen, Theoretisches und Praktisches näher zu bringen. Dass Radfahren gesund ist, ist klar, schließlich hält es fit, aber man bewirkt mit dem Nutzen des Zweirads noch viel mehr: Eine positiveres Klima zum Beispiel.

Die theoretischen Aspekte erklären den Radlern zudem, wie man sich ausgewogen und gesund ernähren kann, wie Sievers ergänzt. Die Schulbesuche finden über ein Halbjahr statt, egal bei welchem Wetter, schließlich kann man mit der richtigen Ausrüstung das ganze Jahr das Fahrrad nutzen. Eine Fahrradreparaturwerkstatt zeigt, wie man mit einfachen Griffen Schäden oder Probleme selbst beheben kann.

Schirmherr Olaf Ludwig betont vor allem, wie wichtig der sichere Umgang mit dem Rad ist: „Eine gute Grundlage ist bedeutsam, damit die Kids alleine und ohne Gefahren das Rad nutzen können. Natürlich soll das Ganze auch Spaß machen, aber eine sichere Beherrschung ist Grundvoraussetzung. Und wer weiß, vielleicht wird da ja mal mehr draus.“

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