Aachen: In der Region wird das Bauland knapp

Aachen : In der Region wird das Bauland knapp

Viele möchten derzeit die niedrigen Zinsen nutzen und in die eigenen vier Wände investieren. In der Städteregion und der Stadt Aachen wird dafür jedoch langsam das Bauland knapp, was auch die Sparkassen-Tochter S-Immo im vergangen Jahr zu spüren bekam.

Die Immobilienvermittler mit Sitz in Würselen können dennoch auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurückblicken, selbst wenn es nicht mehr für ein weiteres Rekordergebnis wie 2016 gereicht hat.

Das, so S-Immo-Geschäftsführer Dietmar Röhrig, sei jedoch auch so zu erwarten gewesen. Dennoch habe man an den bisherigen Erfolg anknüpfen können und sei mit einem erwarteten Gewinn von rund drei Millionen Euro und einem vermittelten Kaufpreisvolumen von knapp 120 Millionen Euro zufrieden. Das sind rund zehn Millionen Euro weniger als 2016, was hauptsächlich auf das sinkende Angebot an Bauland in der Region zurückzuführen sei, sagt Röhrig.

Tatsächlich hat der Anteil der Grundstücksentwicklung an der Gesamtanzahl vermittelter Immobilien und Grundstücke seit 2010 fast jährlich abgenommen. Zwar spricht die S-Immo in den Geschäftsdaten für 2017 von einer „leicht rückläufigen Anzahl von Kaufverträgen bei der Grundstücksentwicklung“ im Vergleich zum Vorjahr. Das ist allerdings eine Untertreibung angesichts der Tatsache, dass in diesem Bereich gerade einmal rund ein Drittel der Verträge abgeschlossen wurde, die man noch 2016 besiegeln konnte.

Der Markt beruhigt sich

Insgesamt sieht Tobias Hermanns, seit Anfang des Jahres neu in der Geschäftsleitung der S-Immo, jedoch eine Beruhigung auf dem Immobilienmarkt. Die Preise im Stadtgebiet hätten sich weitgehend eingependelt, nur in einzelnen Lagen sei noch mit Steigerungen zu rechnen.

Selbiges gelte aber nicht für die Außenbezirke, wo es insbesondere viele junge Familien hinziehe. „Da merken wir, dass eine gute Infrastruktur und Verkehrsanbindung sowie die Nähe zur Kita oder zum Arbeitsplatz wichtiger geworden sind als der unmittelbare Ortsbezug“, so Hermanns. Entsprechend hoch seien dort Nachfrage und Bautätigkeit.

Für den Blick in die Glaskugel ist bei S-Immo schließlich Geschäftsführer Christian Burmester verantwortlich. Die Talsohle bei den Zinssätzen zur Baufinanzierung sei durchschritten, im vergangenen Jahr habe man bereits wieder einen Anstieg von etwa 0,3 Prozent auf rund 0,7 Prozent beobachten können.

Es sei zu erwarten, dass die Zinsentwicklungen in den USA, die in diesem Jahr aller Voraussicht nach anziehen werden, bald auch in Europa ankommen. „In diesem Jahr wird es wohl noch keine größeren Veränderungen geben, aber ab 2019 rechnen wir mit einem moderaten Anstieg“, sagt Burmester.

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