Werkschau: In der Bleiberger Fabrik herrscht reichlich Chaos

Werkschau : In der Bleiberger Fabrik herrscht reichlich Chaos

Es ist ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung und gleichzeitig Ausdruck von heillosem Durcheinander und gänzlich fehlender Ordnung. Die Rede ist vom Chaos, dem „Ur-Thema der Bleiberger Fabrik“, wie es Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, lachend erklärte.

Anlässlich der diesjährigen Werkschau präsentierten am vergangenen Wochenende die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Kursen der Fabrik im Rahmen einer großen Schau ihre Arbeiten in der Aula Carolina. Allesamt sind sie im letzten Kursjahr entstanden.

Chaos erwünscht: Unter diesem Motto steht die sehenswerte Werkschau der Bleiberger Fabrik in der Aula Carolina. Foto: Andreas Herrmann

Unter dem gemeinsamen Leitmotiv „Chaos“ wurden die Werkstätten der Bleiberger Fabrik zu einem chaotischen Gesamtwerk zusammengefügt. „Mir gefällt vor allem die Vielfalt, die hier sichtbar wird. Zehn Kurse sowie die Werkwochen haben tolle künstlerische Resultate hervorgebracht“, so Keupen. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen sieben und 80 Jahren. Aktzeichnen, experimentelle Malerei, freie Malerei oder auch Zeichenkurse werden in den Räumen der Bleiberger Fabrik regelmäßig angeboten und erfreuen sich seit Jahren konstant guter Beteiligung. Mit den renommierten Aachener Künstlerinnen und Künstlern Vera Sous, Antonio Nunez, Achim Franz Willems, Gisela Schartmann und Kai Savelsberg erhielten die Kunstinteressierten fachkundige Anleitungen und lernten dadurch, Neues auszuprobieren und über die eigenen Grenzen hinweg zu gehen.

Die gähnende Leere

„Chaos regiert den künstlerischen Schaffensprozess und fordert zu mutigen Arbeiten und Statements heraus, die die Teilnehmenden diesmal sehr ernst genommen und sich mit den neuen Formen der künstlerischen Inhalte auseinandergesetzt haben. Entstanden sind sehr expressive, ungewöhnliche Werke“, sagte Keupen ferner. So bekamen die Besucher in der Aula Carolina nicht nur viele individuelle Arbeiten von Einzelpersonen zu sehen, sondern auch Gruppenarbeiten zum Thema Chaos.

Eine Besonderheit gab es passenderweise sogar vor Ort: Da das Wort „Chaos“ mit dem griechischen Verb „klaffen, gähnen“ zusammenhängt und ursprünglich so viel wie „gähnende Leere“ bedeutet, hatten Kinder die Möglichkeit, auf weißen Laken mit Pinsel und Farbe kreativ zu werden. Laut Keupen sollte die gähnende Leere durch die Aktion gefüllt werden.

Und das ging schneller als gedacht. Denn bereits nach kurzer Zeit war von Leere auf den Laken kaum noch etwas zu sehen. Stattdessen bestimmte ganz im Sinne der Ausstellung künstlerisches Chaos das Bild.