Aachen: In den Straßen am Tivoli wird weiter munter geparkt

Aachen: In den Straßen am Tivoli wird weiter munter geparkt

Am Wolf ist der Bär los. Jedenfalls der sprichwörtliche. Die kleine Straße mündet direkt gegenüber dem Eingang zum Gästeblock in die Merowingerstraße. Die besten Parkplätze sichern sich die Fußballfans hier schon in den Morgenstunden.

Volkswagen aus Heinsberg, italienische Coupés aus Düren - meist mit einem kleinen Alemannia-Aufkleber am Heck - und an diesem Nachmittag verdächtig viele Kombis aus der Pfalz. Der Gegner heißt Kaiserslautern. Am Wolf können die Anwohner nach der Sommerpause allerdings aufatmen.

Denn die kleine Wohnstraße fällt in das Anwohnerschutzkonzept, mit dem die Stadt die Quartiere rund um den neuen Tivoli von den parkenden Fußballfans befreien will.

Das kann Inge Spix nachvollziehen, Aufatmen kann sie allerdings nicht. Denn Familie Spix wohnt nicht Am Wolf, sondern in der Rolandstraße.

Und die fällt nicht ins Anwohnerschutzkonzept. „Dabei stellen sich hier die Stadionbesucher sogar eiskalt in die Einfahrten”, sagt sie.

Das wollen die Anwohner der Rolandstraße nicht weiter ertragen. Inge Spix schaut aus dem Fenster, sieht Autos, Autos und noch mehr Autos. „Ein typisches Bild”, sagt Spix.

Bei der Stadt laufen die Anwohner der Rolandstraße mit ihrem Anliegen zwar nicht vor einen Poller, aber vor die sprichwörtlichen verschlossenen Türen.

„Eine Ausweitung des Konzeptes ist im Moment nicht geplant. Wir erproben es zunächst in dem Bereich, der festgelegt wurde”, sagt Axel Costard vom städtischen Presseamt.

Inge Spix kann da nur den Kopf schütteln. Sie hat Unterschriften gesammelt und einen Brief an Politik, Polizei und Verwaltung geschickt - die Bewohner der Rolandstraße wollen, dass abgepollert wird.

Sie wollen aber auch, dass das Tempo-30-Limit kontrolliert wird und die Autos endlich die Einbahnstraßenregelung beachten. Von ihrem Fenster aus sieht Spix die Autos von beiden Seiten durch die Straße rauschen.

Nicht sehen kann sie die Politessen, die durch die Straßen ziehen. Etwa durch die Eginhardstraße, direkt gegenüber der Rolandstraße. Die Stadt hat - wenn man so will - eine eigene Mannschaft zum Tivoli geschickt.

Elf Politessen haben sich vor Anpfiff an der Merowingerstraße getroffen. Sie haben viel Arbeit vor sich, denn die spät vorfahrenden Fans versuchen die Parkregeln „zu dehnen”.

Ein blauer Kombi steht mit dem Hinterteil allzu weit in die Merowingerstraße hinein. Er bekommt die gelbe Karte - ein Knöllchen. Die besten Parkplätze waren eben schon in den Morgenstunden belegt.

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