Aachen: In alten Mauern entsteht eine ganz neue Kita

Aachen: In alten Mauern entsteht eine ganz neue Kita

Die Schaukel im Hof ist schon länger nicht bewegt worden. Ferien eben. Aber nicht nur. Bauleute statt Kinder sind seit fast fünf Wochen in der Kindertagesstätte Elsassstraße 64-72 unterwegs. Weniger Lärm machen sie aber keineswegs. Im Gegenteil.

Sie sind mit schweren Bohrmaschinen und anderen Radaugeräten unterwegs. Anders ließen sich die Pläne des Aachener Architekten Albert Frey nicht verwirklichen. Frey hat Großes vor. Er wird die Kita aufstocken. Dort, wo nun ein nacktes Eisennetz im alten Innenhof liegt, wächst eine zentrale Halle empor, über einen Aufzug wird es dann ins neue Obergeschoss gehen. Dort befinden sich ein Mehrzweckraum und ein neuer Gruppenraum. Vier Gruppen werden in der fünften Kalenderwoche 2011 dann wieder die Kindertagesstätte besuchen. Dann soll laut Frey alles fertig sein. Die Kita kann und wird dann auch integrativ arbeiten.

Es ist eine der größten Baustellen an einer Aachener Kita der letzten Jahre. Auch über einen Abriss war gesprochen worden, doch letztlich entschied man sich für den Um- und Ausbau. Investieren kann die Stadt dabei rund 1,5 Millionen Euro - weil es gleich zwei Förderprogramme gibt, die greifen.

775.000 Euro kommen aus dem Konjunkturpaket II. Hier kann die Stadt insgesamt 4,7 Millionen Euro in Kindertagesstätten sechs Kindertagesstätten und weitere 14,5 Millionen Euro in Schulen investieren. Weitere 755.000 Euro kommen aus dem sogenannten Investitionspaket zur energetischen Erneuerung der sozialen Struktur. Und so kann an der Elsassstraße einerseits energetisch saniert werden, andererseits die Einrichtung auf den Bedürfnisse von Unterdreijährigen zugeschnitten werden.

Dafür hat Frey geplant. „Es wird eine ganz neue Kita”, sagt der Architekt. Er hat die Räume neu zugeschnitten, einen Gruppenraum abgerissen, den Grundriss - wie er sagt - umorganisiert. Das ist dem Haus im Moment kaum anzusehen, wie ein Rohbau sieht es aus, rund 30 Bauleute sind vor Ort. Kaum zu glauben, aber in anderthalb Wochen sollen bereits zwei Gruppen diese Kindertagesstätte (Baujahr 1976, Erweiterung 1995) wieder besuchen. Die Arbeiten gehen zwar weiter, aber sorgsam von der Spielwelt der Kleinen getrennt. Spannende Baustellenführungen verspricht Frey aber.

Es wird nicht die letzte Baustelle dieser Art an Aachener Kindertagesstätten sein. Auch wenn die Konjunkturpaketmittel nur noch in diesem Jahr abgerufen werden können - und dies in Aachen bis auf den sprichwörtlichen letzten Cent. „Alles läuft wie geplant, wir liegen bei Kosten und Zeit im Plan und werden keine Mittel zurückgeben. Das hätte auch weh getan”, erklärt Manfred Lennartz, Abteilungsleiter beim städtischen Gebäudemanagement.

Aber auch anschließend gelte es, so Lennartz, die Kindergärten für die Bedürfnisse der Unterdreijährigen einzurichten. Und energetische Sanierung rückt so schnell auch nicht von der Tagesordnung. „Wir können nicht die Hülle sanieren, ohne das Raumangebot anzupassen”, erklären die Projektleiter des Gebäudemanagements Kerstin Leerhoff und Georg Ulbrich. Es wird also weiter gebaut. Nicht nur an der Elsassstraße.

Rund 20 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II werden in Aachens Schulen und Kindergärten investiert. 4,7 Millionen davon sind für Kindergärten bestimmt.