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Jahreswechsel in Corona-Zeiten: In Aachen wird es deutlich leiser

Jahreswechsel in Corona-Zeiten : In Aachen wird es deutlich leiser

Eine rauschende Feier zum Jahreswechsel mit anschließender Böllerei? Corona hat der bewährten Tradition einen Strich durch die Rechnung gemacht. In weiten Teilen Aachens sind Silvesterraketen verboten. Die Auswahl dieser Verbotszonen sorgt aber auch für Irritationen.

Wunderkerzen statt Raketen? In weiten Teilen Aachens dürfte der beliebte Brauch eines Feuerwerks zum Jahreswechsel dieses Jahr deutlich kleiner und leiser ausfallen als sonst. Die Stadt hat, wie berichtet, zwei Allgemeinverfügungen erlassen, mit denen das Silvesterfeuerwerk massiv eingeschränkt wird. Wie schon im vergangenen Jahr sind Raketen, Heuler und Feuerwerkskörper, die eine Höhe von mehr als einem Meter erreichen, auf und innerhalb des Grabenrings tabu – zum Schutz der historischen Gebäude in der Altstadt. Darüber hinaus hat die Stadt zahlreiche Straßen und Plätze ausgemacht, an denen in der Silvesternacht regelmäßig größere Gruppen zusammenkommen und an denen deshalb die Verwendung von Pyrotechnik ebenfalls verboten ist – in diesem Fall zum Schutz der Allgemeinheit und zur Eindämmung des Coronavirus.

Dass ausgerechnet der Lousberg nicht zu diesen „Verbotszonen“ gehört, hat bei einigen Lesern für Unverständnis gesorgt. Schließlich gehöre dieser seit Jahren zu den besonders beliebten Orten, an denen sich Jung und Alt versammeln, um auf 264 Metern Höhe das Feuerwerk in der Stadt zu bestaunen. Auf Nachfrage teilt das städtische Presseamt mit, dass der Lousberg in der Allgemeinverfügung beileibe nicht vergessen wurde. Man habe ihn vielmehr ganz bewusst nicht in dieser aufgenommen. Nach Einschätzung des Ordnungsamts zieht die höchste Erhebung in der Aachener Innenstadt längst nicht mehr so viele Menschen an wie noch vor einigen Jahren. Die Bäume seien mittlerweile so hoch gewachsen, dass sie die Sicht auf die Stadt deutlich einschränken, erläutert Björn Gürtler  vom städtischen Presseamt. Abgebrannt werden Feuerwerkskörper in Aachen demnach eher an anderen Stellen. Zum Beispiel auf den Marktplätzen in Haaren und Brand oder auch rund um den Kaiserplatz, weshalb dort die Verwendung von Pyrotechnik dieses Jahr verboten ist.

Wer trotzdem zündelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit hohen Kosten rechnen. Bis zu 25.000 Euro könnten fällig werden, wenn „der Rechtsrahmen voll ausgeschöpft“ wird, teilt Björn Gürtler auf Anfrage mit. Sowohl das Ordnungsamt als auch die Polizei werden im Einsatz sein, um die Einhaltung der Maßnahmen zu kontrollieren. Dabei gehe es der Stadt nicht darum, in der Silvesternacht möglichst viele Strafen zu verhängen. „Wir appellieren an die Vernunft der Menschen“, sagt Björn Gürtler.

Tatsächlich dürften allein deshalb schon deutlich weniger Böller in der Silvesternacht zum Einsatz kommen, weil der Verkauf von Feuerwerk und Böllern deutschlandweit verboten ist. Wer noch aus dem Vorjahr Leuchtkörper übrig haben sollte und sich innerhalb der historischen Altstadt aufhalten will, sollte unbedingt darauf achten, dass diese nicht eine Höhe von über einem Meter erreichen können. Wunderkerzen sind demnach erlaubt, Raketen aber nicht. Welchen Schaden eine Rakete in einem historischen Gebäude anrichten kann, wurde vor zehn Jahren mehr als deutlich: In der Silvesternacht 2010/2011 hatte eine Feuerwerksrakete einen Brand in der Citykirche an der Großkölnstraße ausgelöst und den Hochaltar schwer beschädigt.

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Ob mit oder ohne Feuerwerk: Auch in der Silvesternacht gelten die Kontaktbeschränkungen nach der aktuellen Coronaschutz-Verordnung: Demnach dürfen sich in der Öffentlichkeit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren nicht eingeschlossen. Draußen auf der Straße mit Sekt anstoßen dürfen allerdings auch diese fünf Personen nicht. In der Öffentlichkeit gilt ein Alkoholverbot – und das nicht nur zum Jahreswechsel, der dieses Jahr wohl besonders leise begangen werden wird.