Aachen: Impulse für eine alternde Gesellschaft

Aachen: Impulse für eine alternde Gesellschaft

Wenn im Oktober die Städteregion gegründet wird, dann werden Heinz Lindgens und Axel Hartmann näher zusammenrücken. Denn das Gesundheitsamt der Stadt und das des Kreises werden in den Aachen-Arkaden zusammengelegt. Was auch bedeutet, dass der städtische Gesundheitsdezernent Lindgens seinen Arbeitsplatz unweit von Hartmann, Dezernent des Kreises, beziehen wird.

Es dürfte unproblematisch verlaufen, dass machte die Podiumsdiskussion beim „1\. Pflegekongress in der Städteregion Aachen” im Eurogress offensichtlich (siehe auch Bericht im überregionalen Teil, „Aus aller Welt”).

Lindgens und Hartmann standen Moderatorin und AZ-Redakteurin Sabine Rother Rede und Antwort. Und schnell wurde deutlich: Die beiden können gut miteinander, sind seit Jahren befreundet. Aber die Bildung der Städteregion beinhaltet mehr als die räumliche Annäherung zweier Dezernenten. Gerade für den Bereich Pflege und Gesundheit.

Deswegen setzten sich im Rahmen des Pflegekongresses zahlreiche Experten in Workshops zusammen. Ihr Ziel: Konzepte erdenken, Visionen entwickeln und Impulse geben für ein zukunftsfähiges Pflegesystem in der Städteregion.

Dafür sei es aber erst einmal nötig, Vorhandenes in den Blick zu nehmen, sagte Manfred Bausch. Bislang gebe es keinen Überblick, wie viel barrierefreier Wohnraum überhaupt vorhanden sei, so der stellvertretende Geschäftsführer von Regio Aachen.

„Aber das ist eine notwendige Voraussetzung für eine sinnvolle Planung”, sagte Bausch. Denkbar sei auch ein städteregionales Gütesiegel für barrierefreien Wohnraum. Eine Idee, mit der Bausch bei Architekt Eckhard Alfes, Mitglied im „Arbeitskreis seniorengerechte Architektur” offene Türen einrannte.

Jochen Vennekate entwickelte die ambitionierte Vision eines Pflegebildungszentrums, das Aus- und Weiterbildung, Beratung und Prävention unter einem Dach vereint.

Apropos Prävention: Das sei ein Thema, dem es mehr Beachtung zu schenken gelte, sagte Vennekate, Leiter der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Luisenhospital: „Wir müssen Pflege nicht immer als Feuerwehr betrachten, sondern überlegen, wie sie sich verhindern lässt.”

Aber: Trotz aller Bemühungen wird die Pflege immer ein zentraler Bestandteil einer alternden Gesellschaft bleiben. Umso wichtiger sei die Qualität, sagte Zeljko Turkalj. Und da müsse auf den oberen Ebenen angesetzt werden. „Das Management muss qualifiziert werden, sich mit dem Thema Qualität in der Pflege auseinanderzusetzen”, sagte Turkalj, Pflegedienstleiter im „Itertalklinik Seniorenzentrum”.

Manfred Borutta vom Amt für Altenarbeit des Kreises Aachen sieht das genauso. Und der Pflegekongress sei ein optimaler Rahmen, um solche Probleme anzugehen. Borutta hofft, dass es weitere Auflagen der Veranstaltung geben wird, und er hat auch eine Anregung: „Es wird sehr viel über Pflege geredet. Wir sollten mehr mit Menschen reden, die pflegen.”

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