Aachen: IGM: Ohne Kurzarbeit ist die Krise nicht zu meistern

Aachen: IGM: Ohne Kurzarbeit ist die Krise nicht zu meistern

Monatelang haben die Zulieferer der Autoindustrie auch im Grenzland alles „ausgeatmet”, was das Tarifkorsett hergab.

Spätestens seit Jahresbeginn aber gerät die Branche auf der konjunkturellen Durststrecke heftig ins Hecheln.

Will sagen: „Die Einführung von Arbeitszeitkonten zur Flexibilisierung der Produktion hat sich zwar bestens bewährt”, sagt IG-Metall-Chef Franz-Peter Beckers. Jetzt aber seien die Kontingente auf ganzer Linie erschöpft.

„Inzwischen”, weiß Beckers, „hat zum Beispiel die komplette Automotive-Sparte in der Region Kurzarbeit eingeführt oder beantragt. Die Krise schlägt jetzt massiv auch auf den Maschinen- und Anlagenbau sowie den Textilbereich durch.

Die Auftragsbücher sind praktisch leer.” Gemeinsam mit 35 Betriebsräten aus einschlägigen Unternehmen hat die Gewerkschaft daher am Dienstag zur Krisensitzung mit Blick auf mögliche Strategien angesichts der akuten Beschäftigungsflaute geladen - die Losung: „2009 darf kein Jahr der Entlassungen werden!”

Genau 97 Firmen mussten laut Beckers bis vergangenen Monat bereits Kurzarbeit beantragen, Anfang 2008 waren es immerhin bereits 47. „Deshalb müssen wir jetzt alle Instrumente nutzen, um Stellenabbau zu verhindern”, bekräftigt der Gewerkschafter.

So gelte es, den Kündigungsschutz auch bei Einführung von Kurzarbeit zu gewährleisten. „Die Unternehmen müssen zudem individuelle Regelungen finden, um zu klären: Wer kommt vorübergehend für Kurzarbeit in Frage und wer nicht, in welchem Maße und wie lange kann sie durchgehalten werden.”

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