Aachen: ICT-Cubes: Rohbau ist fertiggestellt

Aachen: ICT-Cubes: Rohbau ist fertiggestellt

Alea iacta sunt — die Würfel sind gefallen: An der Kopernikusstraße ist in den letzten acht Monaten der Rohbau der zwei ICT-Cubes (Information and Communications Technologies Cubes) entstanden, in die zukünftig sechs Institute der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der RWTH einziehen werden. Am Montagnachmittag wurden beim Richtfest die Rohbauarbeiten offiziell für abgeschlossen erklärt.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) investiert als Bauherr und Vermieter rund 20 Millionen Euro in die beiden innovativen Gebäude, die Planung stammt von dem Aachener Büro kadawittfeldarchitektur. „In nur acht Monaten haben Bauleute in Beton gegossen, was Wissenschaftlern über einen vielfach längeren Zeitraum als Plattform zum interdisziplinären Forschen an neuen Kommunikationswegen dienen soll“, dankte Ute Willems, Stellvertretende Leiterin der BLB-Niederlassung Aachen, Bauleuten und Handwerkern.

Die sechs Institute sind in Zukunft Tür an Tür untergebracht und nicht über die ganze Stadt verteilt. So sollen Kommunikationswege vereinfacht und ein reger Austausch zwischen den Wissenschaftlern und Studenten gefördert werden.

Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern werden dann gut 500 Arbeitsplätze zusammengelegt. Neben Büros entstehen aber auch Labors, Seminarräume und Besprechungsräume, beide Würfel werden über eine gläserne Brücke miteinander verbunden. Zudem dient eine große Freifläche um den Gebäudekomplex Mitarbeitern und Studenten als „grüner Campus“. „Die RWTH braucht solche Gebäude, um die Hochschulbaumodernisierung voranzutreiben und um den wachsenden Studentenzahlen gerecht zu werden“, betonte RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg. Dabei erinnerte er daran, dass die RWTH in diesem Semester den „historischen Höchststand“ von 40.000 Studierenden erreicht habe — Tendenz steigend.

Der Clou wird die Außenfassade der beiden „Würfel im Park“ sein. Denn über einen digitalen Zahlencode sollen 30 bis 40 Zitate berühmter Wissenschaftler — von Plato bis in die Gegenwart — übersetzt werden. Der Code, der aus den Ziffern 0, 1 und 2 besteht, steht jeweils für einen von drei Lamellentypen in der Fassade. Damit die Zitate auch gelesen werden können, wird eine eigene App entwickelt. Dann muss man sein Smartphone nur noch Richtung Fassade halten, und schon erscheint das entsprechende Statement auf dem Display.

Das hätte sich der große Mathematiker Carl Friedrich Gauß mit Sicherheit auch nicht träumen lassen. Auch er wird mit dem Wortlaut „When I have clarified and exhausted a subject then I turn away from it in order to go into darkness“ an einer Würfelfassade zitiert (etwa: „Wenn ich ein Subjekt erklärt und ausgereizt habe, so wende ich mich ab, um in die Dunkelheit zu gehen“).

Professor Rudolf Mathar, Dekan der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der RWTH Aachen, ist schon jetzt begeistert von dem zukünftigen Zuhause „seiner“ Fakultät. „Das Gebäude wird ein tolles Ambiente ausstrahlen. Ich befürchte, dass die Mitarbeiter hier übernachten werden“, so seine Zukunftsprognose.

Noch überragen zwei Kräne die rund 20 Meter hohen Doppelwürfel. Bis Ende 2014 sollen die Gebäude fertiggestellt sein, auch wenn Schmachtenberg einen früheren Termin favorisiert. „Vielleicht sind die Gebäude bereits im Oktober 2014 fertig, dann beginnt das neue Semester“, sagt er. „Wenn das kein Anreiz ist, beim Endspurt noch einmal Vollgas zu geben“, verrät er mit einem Augenzwinkern.

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