Hunderte Teilnehmer bei 2. Mountainbike-Tour in Aachen

2. Mountainbike-Tour : Mehr als 250 Radsportler führt es in den Öcher Bösch

Die Stimmung an der Grillhütte am Karlshöher Hochweg ist ausgelassen an diesem Sonntagmittag. Kai Rewitz steht am Grillstand und beobachtet, wie die ersten Mountainbiker das Ziel erreichen. Mit der Zeit füllt sich der Platz, die Männer und Frauen machen es sich auf den Bierbänken gemütlich und nutzen die Gelegenheit zum geselligen Beisammensein.

Zwischen 250 und 300 Teilnehmern, so schätzt Kai Rewitz, hat die 2. Aachener Mountainbike Tour an diesem Sonntag in den Aachener Wald geführt.

„Das Miteinander im Wald ist grundsätzlich sehr positiv“, bekräftigt Rewitz, Vorstandsmitglied des Vereins Geländefahrrad Aachen. Der Verein ist eine der Interessengruppen, die den Wald nutzen. Mit über 800 Mitgliedern handelt es sich sogar um den größten Radsportverein in Nordrhein-Westfalen. „Wir haben ein sehr aktives Vereinsleben und freuen uns zudem über steigende Mitgliederzahlen“, führt Rewitz weiter aus. Natürlich gebe es immer auch einige Unzufriedene, die sich kritisch äußern. „Und das muss man dann auch diskutieren“, bekräftigt er.

Dennoch ist er der Meinung, dass die mediale Berichterstattung der letzten Tage und Wochen einen falschen Eindruck hinterlassen habe. So sei die Debatte um die Nutzung des Waldes künstlich hochgekocht worden. „Wir reden schon noch konstruktiv miteinander“, versichert Rewitz und verweist auf einen guten Kontakt zum Forstamt.

Illegale Trails blockiert

Zum Hintergrund: Das Netz illegal angelegter Bike-Trails im Aachener Wald wächst an – ein Umstand, der vielen nicht gefällt. Das Aachener Forstamt versuchte die Entwicklungen jüngst einzudämmen und blockierte einige der illegalen Wege mit Baumstämmen. „Das ist an sich auch nichts Neues, in dem Ausmaß war das aber ungewöhnlich“, sagt Kai Rewitz. Verwundert darüber seien im Übrigen nicht nur Mountainbiker gewesen, sondern auch Läufer und Spaziergänger.

Rechtssicherheit haben die Biker aktuell nur auf den befestigten Wegen. Neben diesen gebe es aber auch Strecken, die sich mit der Zeit etabliert hätten. Ob diese genutzt werden dürfen, sei derzeit unklar. „Letztendlich geht es um die Auslegung des Landesforstgesetzes und die Frage, was genau ein fester Weg ist“, fasst es Rewitz zusammen. Das müsse die Politik klären.

Eine Verbindung zwischen der Tour und dem Streit um illegale Trails gebe es übrigens nicht – geplant war das Event bereits seit längerem. „lm Vordergrund steht bei unserer Veranstaltung der gemeinsame Spaß beim Mountainbiken“, erklärt Rewitz und fügt hinzu, dass es sich nicht um eine Rennveranstaltung handle. Auf drei legalen Strecken über 11, 22 und 35 Kilometern sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersklassen an diesem Sonntagvormittag unterwegs. Nach der Tour sind alle noch zu einem gemeinsamen Grillen eingeladen.

Am Mountainbiken fasziniert Rewitz viel. Zum einen schätzt er den Kontakt zur Natur, den man beim Mountainbiken zwangsläufig hat. „Der Sport ist ausdauerorientiert; das Schöne ist, dass man selbst viel steuern kann.“ Ob man sich alleine aufs Mountainbike setzt oder zusammenfährt – das bleibe genauso wie die individuell gewählte Geschwindigkeit jedem Einzelnen überlassen.

Jetzt ist die Politik gefragt

Wie es nun weitergeht? „Keine Frage, wir befinden uns in einer rechtlichen Grauzone, aus der wir raus möchten“, bekräftigt Rewitz. Einige Ideen für ein Konzept habe der Verein dabei durchaus schon entwickelt. Sein Wunsch ist es nun, dass sich die Politik dem Thema annimmt. „Ohne die geht es nicht“, sagt der Mountainbiker.

Das aktive Vereinsleben werde durch die andauernden Diskussionen allerdings nicht eingeschränkt. Schon bald wird sich Rewitz’ Blick auf das nächste Highlight richten – die Vereinsmeisterschaften Ende September. „Es ist alles längst nicht so problematisch und dramatisch, wie es zuletzt wirkte.“

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