Hunderte Besucher beim Straßenfest in der Augustastraße in Aachen

Gut besuchte Augustastraße : Ein Straßenfest unter erschwerten Bedingungen

Weniger Müll, die Legalisierung von Cannabis oder die faire Bezahlung von studentischen Hilfskräften: Die Ziele beim Straßenfest in der Augustastraße waren breit gefächert. Vermutlich kamen am Samstag spontan noch einige Wünsche hinzu – weniger Wind und Regen zum Beispiel.

Während manche Flyer unkontrolliert umherflatterten, lagen andere etwas durchgeweicht auf den Tischen. Es war ein Straßenfest unter erschwerten Bedingungen.

„Das Wetter ist halt eine Wundertüte“, erklärte Tim Hildmann vom Städteregions-Kreisvorstand der Linken. „Und trotzdem ist es gut besucht.“ Tatsächlich kamen Hunderte Menschen – sowohl aus der direkten Nachbarschaft als auch aus der gesamten Städteregion – in den kleinen Teilabschnitt der Augustastraße. Zum ersten Mal organisierten die Linken dort das Straßenfest, das für eine lebenswerte Stadt warb.

Ob Zahnbürste, Pizzakarton, Glühbirne oder Kassenzettel: Irgendwann landen sie alle in der Mülltonne – aber in welcher? Beim Stand von „Aachen Unverpackt“ durften sich die Besucher selbst testen. „Der Kassenzettel landet fast immer im Papiermüll“, berichtete Paul Deubner. „Er gehört aber in den Restmüll.“ Noch besser als richtig sortierter Müll ist übrigens nur eins: kein Müll.

Insgesamt stellten rund 20 Initiativen und Vereine sich und ihre Projekte vor. Während „Aachen containert“ zeigte, was sich aus den Mülltonnen vieler Supermärkte noch retten ließ, diskutierten Vertreter von „Fridays for Future“ über globale Klimaprobleme. Die bundesweite Initiative „Bürgerinnen Asyl“ wollte vor allem Mitstreiter in Aachen finden, die sich der Aktion anschließen. „Wir bieten von Abschiebung bedrohten Menschen eine Unterkunft an“, erzählte Angelika Gey und ergänzte zufrieden: „Die Leute hier sind durchaus interessiert.“

Trotz des kaltfeuchten Wetters verweilten viele Passanten längere Zeit vor Ort, nicht zuletzt wegen des Anwohnerflohmarkts sowie der musikalischen Unterhaltung. Anfangs spielte Bärbel Ehlert an der Geige, später lief Musik von der Schallplatte. Die Künstler Dirk Josef Nießen sowie Brans Scheller zeigten unterdessen ein paar ihrer Werke. „Es ist toll, die Meinungen der Leute zu hören“, sagte Scheller. „Und die waren bisher sehr positiv.“

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