"Hütte 16" auf Aachener Weihnachtsmarkt bleibt strittiges Thema

Aachener Weihnachtsmarkt: Politik vertagt Diskussion über die strittige „Hütte 16“

Wo sind die Grenzen des Aachener Weihnachtsmarktes? Eine Antwort auf diese Frage wollten die Grünen jetzt im Hauptausschuss herbeiführen, die sich insbesondere an der „Hütte 16“ am Rande des Elisengartens reiben. Doch die Diskussion wurde vertagt.

„Nicht zuständig“, erklärte Harald Baal für die CDU und verlagerte den Austausch über ein „Flächenkonzept Weihnachtsmarkt“ damit kurzerhand in den Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss. Ob der sich bereits in der Sitzung nächste Woche mit dem Thema befassen wird, ist noch unklar. Derweil hat die Stadtverwaltung bereits eine erste Stellungnahme verfasst, die allerdings mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

Insbesondere bleibt weiterhin unklar, nach welchen Kriterien die Stadt dem Fleischer Rolf Gerrards, auch bekannt als ehemaliger AKV-Moderator, und Betreiber der „Hütte 16“ einen Standplatz im Elisengarten ermöglicht hat und mit welcher Begründung der Aufbau weiterer Buden dort verhindert werden soll. Auch SPD-Bürgermeister Norbert Plum hatte bereits im vergangenen Jahr nachgefragt, wer denn die Erlaubnis für den Aufbau der Hütte gegeben habe und ob nun womöglich eine weitergehende Ausdehnung in den Park hinein zu erwarten sei.

Zumindest Letzteres schließen die Stadt und der Märkte- und Aktionskreis City (MAC) als Veranstalter aus. „Eine weitergehende räumliche Öffnung des Weihnachtsmarktes“ werde nicht angestrebt, heißt es in der städtischen Vorlage, in der allerdings zugleich mehrfach betont wird, dass der Weihnachtsmarkt keine „statische“ Angelegenheit sei, sondern stetig fortentwickelt werde – etwa „unter Berücksichtigung der sicherheitsrelevanten Anforderungen sowie der auch hier möglichen Aufwertungschancen einzelner öffentlicher Flächen“.

Die Stellungnahme der Stadt lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Veranstalter längst über die klassischen Grenzen von Markt, Katschhof und Münsterplatz hinausdenken: „So dürfte auch die Erweiterung des Erscheinungsbildes vom Weihnachtsmarkt auf dem Holzgarben unstreitig begrüßenswert sein“, heißt es da. Der aktuelle Standort der „Hütte 16“ am Geldbrunnen wird daher auch als willkommene Überleitung zwischen Münsterplatz und Holzgraben betrachtet.

Schäden in der Parkanlage seien durch die Hütte nicht zu befürchten, da der Betreiber mittels einer „Renaturierungsklausel“ zur Wiederherstellung des eigentlichen Zustands verpflichtet sei, betont die Stadt. Die Sorge, dass die Genehmigung „ein Einfallstor zur Nutzung des Elisengartens insgesamt“ werden könnte, habe sich bislang hingegen nicht bewahrheitet.

Doch was nicht ist, könnte ja noch werden, fürchten die Grünen, die daher gerne Klarheit mittels eines Ratsantrags schaffen wollen. Sie wollen den Weihnachtsmarkt auf die Flächen rund um Rathaus und Dom beschränken und den Elisengarten von jeglichen Weihnachtsmarktbuden freihalten. Mit der Vertagung der Diskussion hatten sie keine Probleme – solange rechtzeitig vor dem nächsten Weihnachtsmarkt 2019 eine Entscheidung getroffen wird.

(gei)
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