Aachen: „Hotel Total“-Team kommt mit neuen Ideen für die Kaiserstadt

Aachen: „Hotel Total“-Team kommt mit neuen Ideen für die Kaiserstadt

Die Stadt von einer frischeren Seite zeigen — das war von Anfang an das Ziel des Pop-up-Hotels „Hotel Total“ in der früheren Pfarrkirche St. Elisabeth an der Jülicher Straße. Die neue Smartphone-App schließt genau dort an: Sie führt einerseits virtuell durchs „Hotel Total“, andererseits ist sie ein Stadtführer, der Touristen und auch Aachener an die subjektiven Lieblingsplätze der Macher führt.

Die Macher — das sind unter anderem die drei Initiatorinnen des „Hotel Total“: Patricia Yasmine Graf, Julia Claire Graf und Anke Didier. „Bisher hatte Aachen keine City-App, dabei kann, sollte und darf die Stadt sich durchaus zeigen“, betonte Didier. Die App ist nicht nur kostenlos und werbefrei, sie soll auch nach dem Projekt „Hotel Total“ weiterbestehen und sich mit Hilfe von Ideen und Anregungen der Nutzer weiterentwickeln. Kooperationspartner für den digitalen Aspekt ist das Institut für Unternehmenskybernetik.

Zeigen Geld aus dem 3D-Drucker: von links Andreas Gebhardt, Martin Christians (beide FH Aachen) sowie Ariane Gollia (alle drei Projekt Zahlungsmittel „Totaler“).

Der Stadtführer hat verschiedene Unterpunkte: „Total lecker“ oder „Total entspannt“ etwa, aber auch „Total anziehend“ und „Total laut“. Es geht dabei zum Beispiel um Shopping- und Ausgehtipps in Aachen, aber auch in Maastricht und Eupen. Außerdem gibt es momentan sechs verschiedene Stadttouren, unter anderem durch Aachen Nord, denn: „Viele Aachener haben gar nicht auf dem Schirm, dass es dort auch etwas zu entdecken gibt“, erklärte Didier. Auch jeweils eine Tour durch Burtscheid und durch das Frankenberger Viertel ist schon online, genauso wie eine Fahrradtour durchs Grüne und eine Sagen- und Erlebnistour. Auf manchen der Sehenswürdigkeiten sind QR-Codes angebracht, die beim Scannen Schönes, Lustiges und Nützliches offenbaren — fast wie bei einer kleinen, digitalen Schnitzeljagd.

Der Punkt „Hotel“ in der App bietet neben einem virtuellen Rundgang Erklärungen zu den Raummodulen, und zur Gloriabar auch den digitalen Concierge, mit dem man sich via App jederzeit verbinden kann. Außerdem kann ein Fahrradkurier gebucht werden, der Taschen, Einkäufe oder ähnliches innerhalb von Aachen transportiert. Das ist nicht nur interessant für die Hotelgäste, sondern für alle Aachener — genau wie der Service, dass Picknickkörbe innerhalb der Stadt bestellt werden können und eine halbe Stunde später schon am gewünschten Ort sind. Die Hotel-Total-App kann fürs iPhone im Appstore und für Android-Smartphones im GooglePlay-Store heruntergeladen werden.

Mit der App aber nicht genug, am liebsten möchten die Initiatorinnen auch eine eigene Währung einführen: die Totaler. Schon jetzt wird im gesamten Hotel und an der Gloriabar nur damit bezahlt, die Wechselkurs ist einfach: Ein Totaler entspricht einem Euro. Der Clou: Das Geld wird, je nach Bedarf, an der Rezeption im 3D-Drucker gedruckt, die Technik kann dabei live bestaunt werden. Von 0,5 Totaler bis 5 Totaler ist alles dabei bei der Währung — unterstützt wird das „Hotel Total“ dabei vom GoetheLab der FH Aachen, das den 3D-Druck betreut. „Wir würden die Währung gern mit dem Viertel verknüpfen, zum Beispiel mit der örtlichen Bäckerei“, sagte Patricia Yasmine Graf. „Vielleicht könnten die Totaler so sogar eine Währung für Aachen-Nord werden.“

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