Drogenhandelnde Nazis aus Aachen Brand : Hohe Haftstrafen vor Gericht gefordert

Drogenhandelnde Nazis aus Aachen Brand : Hohe Haftstrafen vor Gericht gefordert

In dem Prozess gegen drei Rechtsextremisten, die von Aachen aus einen Drogenhandel betrieben haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen gefordert. Staatsanwalt Joel Güntert sah es in seinem Plädoyer als erwiesen an, dass zwei Brüder mit einem Unbekannten aus den Niederlanden als Bande Amphetamin, Marihuana und Extasy verkauft haben sollen.

Der Staatsanwalt forderte daher am Freitag für den geständigen Haupttäter Karl M. wegen bandenmäßigen Drogenhandels eine Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Für seinen Bruder Timm M. forderte er wegen Mittäterschaft sechs Jahre Haft. Der Mitangeklagte Sebastian L. soll wegen Beihilfe eine Haftstrafe von zwei Jahren erhalten.

Weil die Angeklagten zuvor durch verschiedene Delikte strafrechtlich aufgefallen sind, darunter auch Drogenvergehen, plädierte Staatsanwalt Güntert darauf, die Strafen nicht zur Bewährung auszusetzen. Von den Brüdern solle zudem das mutmaßlich erwirtschaftete Drogengeld von 260.000 Euro eingezogen werden.

Drogen übers Darknet verkauft?

Vorgeworfen worden war ursprünglich fünf Rechtsextremisten, dass sie bandenmäßig über das Darknet (dt. dunkles Netz) mit Drogen gehandelt und diese aus Aachen-Brand dann anonym per Post an Kunden verschickt haben sollen. Der Prozess hatte im Februar 2018 begonnen und sich aus unterschiedlichen Gründen verzögert. Anfang Dezember des vorigen Jahres waren zwei von zuerst fünf Angeklagten freigesprochen worden.

Der renommierte Düsseldorfer Rechtsanwalt Udo Vetter sah in seinem Plädoyer am Freitag bei Timm M., anders als der Staatsanwalt, keine Beweise für einen Drogenhandel. Vetter forderte einen Freispruch für seinen Mandanten. Anfang März sollen fünf weitere Strafverteidiger plädieren. Ein Urteil soll kurz nach Karneval, also Mitte März, gesprochen werden.

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