Aachen: Hörsaalzentrum: Warten auf der Großbaustelle

Aachen: Hörsaalzentrum: Warten auf der Großbaustelle

Dieser Bau tritt auf der Stelle. Nachdem in drei Fällen Einspruch gegen die Vergabe von Aufträgen am neuen Hörsaalzentrum der RWTH an der Claßenstraße eingelegt wurde, warten Hochschule wie Bauherr Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW bislang vergeblich auf eine Entscheidung der Vergabekammer.

Das Verfahren laufe, wie lange könne nicht berichtet werden. Das Problem: Weitestgehend ruht die Baustelle. „Wir planen zwar so um, dass wir alles vorziehen, was wir vorziehen können, aber diese Folgearbeiten sind nur begrenzt möglich. Solche arbeiten bauen ja aufeinander auf“, erklärt Bernd Klass, Sprecher der BLB-Niederlassung Aachen. „Das ist alles in keinster Weise so, wie wir uns das gewünscht hätten und vor allem wie wir es geplant hatten.“

Geduld ist ständiger Begleiter

Geduld ist seit dem ersten Spatenstich ein ständiger Begleiter an der Claßenstraße. Zunächst musste umgeplant werden, der erste Entwurf des dänischen Architekturbüros „schmidt hammer lassen“ ließ sich nicht im gesetzten Kostenrahmen von 45 Millionen Euro realisieren. Er musste abgespeckt werden, das erste Ziel, schon zum nun anstehenden Wintersemester, wenn der doppelte Abiturjahrgang an die RWTH und alle anderen Hochschulen strömt, zu öffnen, wurde verworfen. Damit die neuen Studierenden nicht im Regen stehen — buchstäblich wie sprichwörtlich —, wurde in Windeseile am Westbahnhof (an Stelle des alten Bahngebäudes) ein provisorisches Hörsaalgebäude errichtet. Hier ist Platz für 1000 Studierende, der Systembau wird aber — wenn denn das gewaltige Zentrum an der Claßenstraße einmal fertig gestellt sein sollte — wieder abgebaut.

Wann das ist, mag aktuell nicht prognostiziert werden. Beim Richtfest Anfang Juli war von 2015 die Rede. „Die aktuelle Situation kostet Zeit“, sagt BLB-Sprecher Bernd Klass. Lässt die Entscheidung der Vergabekammer weiter auf sich warten könnte dies Auswirkungen auf andere Aufträge haben. Sprich: Diese könnten auslaufen, so dass der BLB in Einzelfällen noch einmal neu ausschreiben muss. Was natürlich noch einmal Zeit kostet. „Wir versuchen alles machbare, um diese Baustelle so schnell wie möglich zu meistern“, verspricht Klass aber.

Die RWTH setzt auf den Neubau — eines der größten, wenn nicht sogar das größte Hörsaalzentrum Europas. Auf 14.000 Quadratmetern Fläche entstehen neben den elf Hörsälen (die größten zählen 800 und 1000 Plätze) 16 Seminarräume, eine Pausenhalle mit Café, Bereiche für die Physiksammlung, Lager- und Arbeitsräume. Sie alle erstrecken sich unter vier jeweils 56 Meter langen Stahlträgern, die bei spektakulären Kranarbeiten quer über das Gebäude gespannt wurden. Damals waren die Fortschritte offensichtlich. Jetzt hängt alles von der Entscheidung der Vergabekammer ab.

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