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Hochwasser in Aachen: Lage stabilisiert sich

Hochwasser in der Region : In Aachen stabilisiert sich die Lage

Während in weiten Teilen der Region die Lage infolge der Überschwemmungen weiterhin dramatisch ist, stabilisiert sich die Situation in Aachen. Für die Menschen in Kornelimünster gibt es aber noch einige Fragezeichen.

Nach den dramatischen Regenfällen am Mittwoch gibt Feuerwehr-Chef Jürgen Wolff am Donnerstagvormittag zumindest für Aachen leichte Entwarnung. „Die Lage hat sich etwas stabilisiert.“ Dennoch herrscht ein enormes Einsatzaufkommen im gesamten Stadtgebiet.

Allein im Aachener Stadtteil Kornelimünster, aber auch in anderen Bereichen der Stadt sind neben der Berufs und Freiwilligen Feuerwehr Aachen auch Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW), des Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Malteser und der Johanniter unermüdlich im Einsatz. Über 300 Einsätze sind die Feuerwehr- und Rettungskräfte nach Auskunft der Stadt seit Beginn der Unwetterlage gefahren. Die Feuerwehr Aachen befinde sich weiterhin im Vollalarm, zahlreiche Einsätze laufen noch verteilt über das Stadtgebiet, alle verfügbaren Kräfte befinden sich im Einsatz.

Der Fokus liegt weiterhin in Kornelimünster. Dort ist die Inde am Mittwoch über die Ufer getreten und hat den historischen Ortskern geflutet. Zahlreiche Keller sind vollgelaufen. Teile des Ortskerns wurden am Mittwochnachmittag evakuiert. Wie Linda Plesch vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilt, seien etwa 100 Haushalte betroffen gewesen.  Das Inda-Gymnasium wurde als Notunterkunft hergerichtet. Die Stadt Aachen hat insgesamt 35 Menschen vorerst in drei Hotels untergebracht. Dort hätten sie zumindest ein warmes Bett und eine warme Dusche gehabt, so Plesch.

Der Korneliusmarkt war Donnerstagnachmittag zwar größtenteils wieder wasserfrei. Dennoch seien viele Gebäude noch nicht von offizieller Seite freigegeben, weil sie teilweise noch unter Wasser stehen, teilt das Presseamt am Nachmittag mit. Betroffen ist auch die Kirche St. Kornelius sowie die katholische Grundschule Abteigarten.  Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei sind weiterhin vor Ort. Anwohner, die kurzzeitigen Zugang zu ihren Gebäuden dringend benötigen, um Unterlagen, Medikamente oder Kleidung zu holen, können sich an die Mitarbeiter des Ordnungsamts wenden. Am Zugang zum Korneliusmarkt ist dazu eine mobile Anlaufstelle eingerichtet. Dort können sich Menschen melden, die dann von Kollegen des Ordnungsamts in ihre Häuser begleitet werden. Anlaufstelle für Bürger in Not ist das Bezirksamt Kornelimünster am Schulberg 20 (Telefon: 0241/432-8433 und -8424).

Mit dem Hochwasser kommt die nächste Katastrophe

Wann die betroffenen Anwohner wieder in ihre Häuser und Wohnungen dürfen, ist aktuell noch nicht absehbar. „Wir müssen warten und die Lage beobachten“, erläuterte Plesch am späten Vormittag. 

 In der Nacht hatte die Inde in Kornelimünster nach Auskunft der Stadt ihren Höchststand erreicht. Dabei wurden die messbaren Pegelstände überschritten, sodass der Wasserpegel über drei Meter gelegen hat. Mittlerweile sinken die Pegel. „Allerdings gehen Experten derzeit davon aus, dass es aufgrund des unveränderten Wasserzulaufs noch Tage dauern wird, bis die Pegelstände der Inde wieder ein Normalmaß erreichen werden“, lautet die Prognose. Die besondere Hochwasser-Lage bleibe daher weiterhin akut. Einsatzkräfte sind vor Ort.

 Der Napoleonsweg wurde am Donnerstagabend überschwemmt und für den Verkehr gesperrt. Die Stadt bittet darum, den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren.

 Auch im restlichen Stadtgebiet gab es zahlreiche Einsatzstellen. Schwerpunkte sind Haaren und das Frankenberger Viertel.

Bürgerinnen und Bürger können sich abseits von akuten Notrufen wegen der Hochwasserlage auch an die Corona-Hotline wenden: 0241/510051. Die Hotline ist bis 22 Uhr besetzt.

 Die Stadt appelliert an die Bürger, möglichst auf Fahrten zu verzichten. Punktuelle könne es immer noch zu Einschränkungen im Verkehr und bei der sicheren Benutzung von Straßen kommen.

(akas)