Aachen: Hochschulsportshow: Uni-Athleten drehen das ganz große Rad

Aachen: Hochschulsportshow: Uni-Athleten drehen das ganz große Rad

Die Zuschauer wissen, was man hier geboten bekommt, ist nichts Alltägliches: Turner, Jongleure und Rhönradfahrer kreieren gemeinsam eine Neuinterpretation der Dreigroschenoper, Akrobaten zeigen spektakuläre Pyramiden, Bauchtänzerinnen verzaubern Männer wie Frauen mit ihren Bewegungen und die Judogruppe beweist mit Humor und Frauenpower, dass sie mehr kann als feste Griffe.

Auch zwischen den Auftritten kommt keine Langeweile auf: Frech und schlagfertig moderieren Sophia Schmitz vom Hochschulradio und Sebastian Sonntag von Einslive den Abend. „Ganz großen Respekt, wir würden das deutlich nicht mehr schaffen.“, scherzt FH-Rektor Prof. Marcus Baumann. Das vielleicht nicht, aber auch in diesem Jahr bewies Baumann sein Können am Klavier der Bigband Full House der Fachhochschule, die den Abend musikalisch begleitete. 18 Gruppen aus 90 Sportarten des facettenreichen Programms des Hochschulsports in Aachen haben seit einem halben Jahr — neben ihrem Studium — auf diesen Abend hin trainiert.

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper: Wie fit und akrobatisch Aachens Studenten sind, zeigten sie mit beeindruckenden Darbietungen bei der Hochschulsportshow. Foto: Andreas Steindl

„Ganz großen Respekt“ zollten die Zuschauer auch den Sportlern, die außerordentliche Leistungen für das Wettkampfteam der FH und der RWTH gebracht haben. Von einem Tusch der Big Band begleitet, überreicht Stawag-Sprecherin Eva Wußing dem Ruder-Achter den mit 600 Euro dotierten Spitzensportpreis des Aachener Hochschulsports. Der Ruder-Achter hat von 2011 bis 2014 den ersten Platz bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften erkämpft. Auch auf internationalen Regatten vertraten sie die Hochschulen von Aachen glänzend.

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper: Wie fit und akrobatisch Aachens Studenten sind, zeigten sie mit beeindruckenden Darbietungen bei der Hochschulsportshow. Foto: Andreas Steindl

Nach solch einer Auszeichnung lehnen sich die Ruderer nur für diesen Abend zurück: „Wir wollen das Geld gleich wieder ins Training investieren“, so Jonas Kell, der 2014 das erste Mal dabei war. „In ein Trainingslager und für die Meldegelder und Unterkünfte bei den Regatten“, fügt sein Teamkollege Rudolf Reinhard hinzu. Frederike Wittmers wird mit dem Ehrenamtspreis der Sparkasse Aachen ausgezeichnet. Peter Lynen, Leiter des Hochschulsportzentrums, erklärt: „Frederike Wittmers hat über ihre normale Übungsleitertätigkeit hinaus den Skisport an der RWTH Aachen voran getrieben.

Über 15 Jahre hinweg war sie ehrenamtlich als Obfrau tätig. Das ist keine Leistung, die man bloß für den Lebenslauf vollbringt.“ Nebenbei war Wittmers 2012 Deutsche Vize-Hochschulmeisterin im Skicross. Insgesamt wurden 66 Sportler geehrt, die in den Wettkampfgemeinschaften aus RWTH und FH 128 Platzierungen erreicht hatten. Darunter das Rugbyteam das sich für die European Universities Championship in Ungarn im Juli 2015 qualifiziert hat.

Obwohl die Zuschauer der Hochschulsportshow Höchstleistung geboten wurde, mehr Förderung für den Hochschulsport wäre dringen nötig. Sportstätten seien immer noch Mangelware, so Lynen und Baumann fügt verärgert hinzu: der Hochschulsport in Deutschland sei weder vom Land noch vom Bund finanziert und biete dadurch immer noch zu wenig Perspektiven. Die Artisten und Sportler der Hochschulsportshow haben deutlich gezeigt, dass sie ein Mehr an Förderung wert wären.