Aachen: Hinweise auf Brandstiftung: Hospiz braucht jetzt Hilfe

Aachen: Hinweise auf Brandstiftung: Hospiz braucht jetzt Hilfe

Die Betroffenheit ist den Verantwortlichen des neuen Hospizes immer noch anzumerken. Betroffenheit gepaart mit einer Portion Wut — aber frei von Frustration. Denn dann wäre der Schaden, den ein Feuer am 3. März auf der Baustelle des neuen Hospizes am Iterbach angerichtet hat, noch größer.

So heißt es jetzt aber für Beatrix Hillermann, künftige Leiterin des Hauses, und die beiden Vorstandsmitglieder Bernd Wehbrink und Martin Brandt Ärmel hochkrempeln. Daran lassen sie keinen Zweifel aufkommen.

Der Schaden ist enorm. „Wir gehen von einer Kalkulation von mindestens 350.000 Euro aus“, rechnet Wehbrink. Die Summe setzt sich zusammen aus den Folgekosten, also Mietausfall, Kosten für Rundum-Überwachung und vor allem für Gehälter.

Denn die müssen ab dem 1. Mai für 31 Personen bezahlt werden, obwohl keine Einnahmen da sind. 90 Prozent der Kosten eines Hospizes übernehmen die Krankenkassen, wenn denn Gäste — so heißen die Bewohner eines Hospizes — wirklich im Haus sind. Das ist aber am Iterbach nicht der Fall. In der ersten Maiwoche sollte das neue Haus eröffnet werden. Jetzt geht man von einer Verzögerung von mindestens zwei Monaten aus. Zum Glück ist der entstandene Sachschaden durch Versicherungen abgedeckt

Mehrere Gutachter haben Ursachenforschung betrieben und sind übereinstimmend zu der Erkenntnis gekommen, dass Brandstiftung die Erklärung für den Schwelbrand ist. Das deckt sich mit den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei, deren Ermittlungen aber noch nicht abgeschlossen sind.

25 Sanierer im Haus

„Die Polizei geht zu 99 Prozent von Brandstiftung aus“, gab Martin Brandt am Dienstag den Ermittlungsstand weiter. Für die Verantwortlichen des Projektes spielt dies aber keine Rolle, denn niemand geht davon aus, dass bei einem potenziellen Zündler etwas zu holen ist.

Wie geht es weiter? Zurzeit sind 25 Sanierer im Haus. Im Bereich rund um den Serverraum sind alle Decken und Wände wieder entfernt, über 50 Kilometer Kabel müssen komplett erneuert werden, in den Zimmern für die kommenden Gäste müssen Tapeten erneuert werden. Ein Chemiker nimmt permanent Proben.

Die Gebäudesanierung ist eine jetzt anstehende Mammutaufgabe, die Versorgung des Personals eine zweite. „Wir lassen niemanden im Regen stehen“, beteuert Beatrix Hillermann, denn die neuen Kräfte haben ihre alten Arbeitsverträge gekündigt. Auch sie richtet einen Appell an die Menschen in der Region: „Wir hoffen, dass die Menschen hier in der Region das neue Hospiz auch als ‚unser Projekt‘ verstehen und uns nicht vergessen. Es gibt wirklich einen Haufen ungedeckter Kosten.“