Aachen: Himmelsleiter wird zum Nadelöhr: Baustellenzufahrt für Windpark Münsterwald

Aachen : Himmelsleiter wird zum Nadelöhr: Baustellenzufahrt für Windpark Münsterwald

Während im Münsterwald mitten im klirrend-kalten Winter ein Schilderwald wächst, müssen sich die Autofahrer auf der Himmelsleiter in den kommenden Wochen und Monaten warm anziehen — und das ganz unabhängig von der Witterung. Denn mittlerweile ist die Baustellenzufahrt für den ersten Bauabschnitt des umstrittenen Windparks an der Aachener Stadtgrenze eingerichtet.

Und damit wird die viel befahrende Bundesstraße zwischen Aachen und Roetgen zum Nadelöhr. Mit massiven Verkehrsproblemen dürfte zu rechnen sein — insbesondere wenn die riesigen Bauteile für die rund 200 Meter hohen Windkraftanlagen per Lkw angeliefert werden.

Fünf dieser Anlagen will die Stawag zusammen mit dem Projektentwickler „juwi“ nach einem langen Rechtsstreit mit Gegnern des Windparks in einem ersten Schritt bauen. Und das schnell: Im Idealfall sollen diese Windräder bereits im Herbst dieses Jahres in dem Teil des Münsterwaldes ans Netz gehen, der in Fahrtrichtung Roetgen auf der rechten Seite der Himmelsleiter liegt. Zwei weitere Anlagen sollen dann voraussichtlich im nächsten Jahr auf der gegenüberliegenden Seite errichtet werden.

Gerodet wurden die Flächen für den Windpark bereits vor einem Jahr. Rund 10.000 Bäume wurden dafür Ende Februar 2017 gefällt. Nun wird die Zufahrt zu den Baustellen im Wald asphaltiert, bevor im März die Lieferung der Bauteile beginnen soll.

Damit Autos und Lastwagen dann unfallfrei aneinander vorbeikommen und um zumindest einen halbwegs guten Verkehrsfluss zu gewährleisten, soll ab dem 5. März eine Ampelanlage die Ein- und Ausfahrt zur Baustelle regeln. Außerdem soll der Baustellenverkehr möglichst außerhalb des Berufsverkehrs anrollen. Gleichwohl dürfte das Nadelöhr auf der Himmelsleiter Staus provozieren — oder aber, wie man es beispielsweise im nahen Rott befürchtet, die Blechlawinen auch auf schmale Nebenstrecken umleiten.

(os/der)