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Trude-Adler-Schule: Hilfsprojekt wird zu einer Erfolgsgeschichte

Trude-Adler-Schule : Hilfsprojekt wird zu einer Erfolgsgeschichte

Für die Trude-Adler-School in Sansibar, deren Fortbestand infrage gestellt war, scheint sich eine Rettung abzuzeichnen. Ein wenig Licht am Ende des Tunnels bringt jetzt der Ende März in Aachen gegründete „Freundeskreis der Trude-Adler-School Sansibar“.

„Dieser Schritt wurde zwingend erforderlich, da man mir das bisherige Schulgebäude zum 30. Juni dieses Jahres gekündigt wurde“, berichtet Trude Adler. Die Sorge wuchs, sie wusste nicht, wie es weitergehen soll. Aber eines stand für sie fest: „Diese Schule muss unbedingt erhalten bleiben.“

Existenz war bedroht

Die pensionierte Aachener Lehrerin, die 2013 in Mwera in Sansibar gemeinsam mit Schulleiter Denis Mayemba die Schule gründete, um Flüchtlingskindern aus Mosambik eine Chance zu geben, klingt wieder optimistischer: „Ja, die Kündigung bedrohte die Existenz dieser Einrichtung. Inzwischen wurde ein Rohbau gekauft, der bald vor der Fertigstellung steht und nun entsprechend eingerichtet werden muss.“ Auch in Sansibar sei man derweil tätig geworden, hier habe man vor Ort einen Verein mit dem Namen „Trude-Adler-Schule Sansibar.org“ (Tassao) ins Leben gerufen. Der soll drüben die Arbeiten überwachen und darauf achten, dass die Gelder aus Deutschland in die richtigen Hände gelangen, aber auch den Aufbau der Schule kontrollieren, mit schriftlichen Abrechnungen.

Bei der Gründungsversammlung in Aachen habe man den Ablauf über Telefon, Internet und Smartphone in den wichtigsten Punkten klären und festhalten können. „Sobald die Gefahr durch das Coronavirus vorbei ist, werden wir die persönliche Versammlung nachholen“, sagt Adler. Der Freundeskreis verfolge keinerlei wirtschaftliche Interessen, er diene ausschließlich der Förderung und Unterstützung der Schule in Sansibar durch die Einholung von Spendenbeiträgen. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich ohne jegliche finanzielle Erstattung.

In einem Kostenplan schlagen für den Schulrohbau 16.000 Euro zu Buche, die Summe wird in Raten über Misereor bezahlt. Trude Adler: „Außerdem benötigen wir 20.000 Euro, um das Gebäude für den Unterrichtsablauf herrichten zu können.“ Die Schule werde ausschließlich über Spendengelder finanziert.

Der monatliche Beitrag für die Patenschaften wird auf 15 Euro erhöht. Der Grund: „Die Lehrer sind im Moment unterbezahlt.“ Außerdem werden von dem Geld die täglichen Mahlzeiten, Schulbücher, Schulmaterial beglichen. Als Mitgliedsbeitrag des Freundeskreises wurden 40 Euro pro Jahr festgelegt, hiervon sollen Kontogebühren, Porto und Schreibmaterial beglichen werden. Das sei so beschlossen worden.

Trude Adler ist zuversichtlich und hofft, dass man durch die Gründung des Freundeskreises nun mehr reelle Chancen bekomme, auf die Situation der Schule aufmerksam zu machen und zudem weitere finanzielle Unterstützung zu erfahren. „Leider konnten wir wegen der Corona-Krise noch kein eigenes Geschäftskonto eröffnen, aber wir haben zum Glück ja noch das Spendenkonto bei Misereor“, sagt sie (> Info). Misereor schickt den Spendern eine Spendenquittung, die beim Finanzamt geltend gemacht werden kann.

„Diese Schule hat sich sehr gut entwickelt“, erzählt sie, es sind dort zur Zeit 150 Kinder untergebracht. Ganz positiv findet sie, dass deutsche Paten sich bereiterklärt haben, für 55 Kinder das Schulgeld zu bezahlen. „So haben auch die ganz armen Kinder eine Chance.“

Eine warme Mahlzeit

Jeden Tag bekommen alle Kinder eine warme Mahlzeit, für manche die einzige am Tage. „Die Kinder schließen die Schule mit einer Prüfung zum Sekundarabschluss ab. Wo möglich, wird auch über eine spätere Berufsausbildung gesprochen“, so Adler. Wichtig erscheint ihr, dass auch gerne Praktikantinnen aufgenommen werden, die mit viel Lust, Liebe und Energie mit den Kindern Projekte durchführen. Im vergangenen Jahr waren es zwei Aachenerinnen, die drei Monate lang ein „Herz für Kinder zeigten“: Lucie Dupont und Anna Keuken. Die bekannten: „Wir haben in drei Monaten viel fürs ganze Leben gelernt.“ Sie hatten sogar einen eigenen Spendenaufruf gestartet und arbeiten aktuell im neuen Freundeskreis im Vorstand mit.