Aachen: Hier ziehen die Jüngsten immer an einem Strang

Aachen: Hier ziehen die Jüngsten immer an einem Strang

Der schwierigste Teil wartet auf der „Moon Bridge”. Dort gehen zwei Kinder auf einem Seil aufeinander zu. An einem weiteren Seil, das etwas entfernt um einen Baum geschlungen ist, halten sie sich fest.

Knackpunkt: Wenn eines der Kinder am Seilende zu sehr wackelt, merkt das Kind am anderen Ende das sofort. Schlimmstenfalls kippen beide vom Seil - das ist aber nur 30 Zentimeter hoch.

Bei den Ferienspielen des Kinder- und Jugendzentrums (OT) Tal-straße gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Niedrigseilgarten. Rund 50 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren testen ihre Balance auf den Seilen und Brücken. „Die Kinder haben zuerst gelernt, sich aufeinander zu verlassen”, erklärt Angelika Diehl, Leiterin der OT Talstraße.

In Kooperationsspielen mussten sie aufeinander Rücksicht nehmen und haben Vertrauen zueinander aufgebaut. Dann ging es an den Aufbau: Nicht etwa Handwerker befestigen die Seile an den dicken Pfählen, sondern die Kinder selber. Natürlich unter Anleitung der drei Betreuer, die sich in einer aufwändigen Fortbildung weitergebildet haben.

Die neunjährige Nadine erklärt schon ganz fachkundig anhand der Bilder, wie die einzelnen Elemente angebracht werden: „Dort müssen immer Schnapper dran, denn sonst kann man das Seil nachher nicht wieder lösen.” Jede Brücke, so nennen sich die Übergänge zwischen den Pfeilern, ist flexibel. Denn die Flaschenzüge, Karabiner und Schnapper müssen sicherheitshalber am Ende des (Spiel-)Tages wieder abgebaut werden.

Die Kosten für Material, Pfähle und die Fortbildungen teilen sich der Fachbereich Sport und der Fachbereich Kinder, Jugend, Schule der Stadt Aachen mit Hilfe des Förderprogramms „soziale Stadt Aachen Nord”. Auch nach dem Ferienspielen wird der Niedrigseilgarten von der OT Talstraße genutzt und als erlebnispädagogisches Programm für Schulklassen bis zur 6. Klasse und Ganztagseinrichtungen angeboten.

Für die Kinder der Ferienspiele geht es neben dem Training auf „ihrem” Klettergarten auch in die Kletter- oder Boulderhalle und in den Kletterwald. Zum Abschluss wartet ein besonderes Abenteuer auf die Ferienkinder: „Wir gehen in den Wald bei Lintert, wo die Kinder das Klettern in der freien Natur ausprobieren können”, sagt Angelika Diehl. Dort geht es dann von Baum zu Baum. In Absprache mit dem Förster natürlich.

Mehr von Aachener Zeitung