Aachen: Herbstfest: Kunterbunter Abend mit ganz viel Öcher Herz

Aachen: Herbstfest: Kunterbunter Abend mit ganz viel Öcher Herz

Kein Besucher bereute auch nur eine einzige Minute des dreistündigen Beisammenseins beim 16 bunten Herbstfest von Heilig Kreuz. Humor, Esprit, Öcher Rümselcher und eine musikalische Palette von religiösen Balladen bis zu satirischen Chansons zogen die Zuhörer in den Bann, lösten Heiterkeit, Zwischenrufe und Beifall aus.

Zugleich wurde mit dem Besuch dieser Benefizveranstaltung ein gutes Werk getan, ist der Erlös doch für soziale und kulturelle Aufgaben der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz bestimmt.

Bereits der erste Auftritt eines „Chefrequisiteurs“, in Person von Herbert Steins, seit 40 Jahren Vorstandsmitglied des Pfarrausschusses, sorgte für ausgelassene Heiterkeit. „Was machen Sie denn hier? Hier ist heute geschlossen“, wandte er sich vorwurfsvoll an das Publikum. Er habe es aber vorausgesehen bei dem neu gewählten Vorstand, beteuerte er. Das Eis war gebrochen, und der „rettende Auftritt“ des stimmgewaltigen Pfarrausschuss-Chores tat das Seine.

Alljährlich lassen die Krüzzbrür bei ihren Herbstfesten neben den bekanntesten Aachener Künstlern auch junge Nachwuchstalente auftreten. Diesmal faszinierten melodisch und sensibel die sympathische Sängerin Sarah Staat (24) mit ihrer klangreinen Stimme und Michael Wirtz (Keyboard und Gesang) mit anspruchsvollen religiösen Balladen sowie geistlichen Liedern. Als Kontrastprogramm folgte der Altmeister des Öcher Platts Hein Engelhardt, der seinen Auftritt mit der Ballade „Vöörniehm ejße“ krönte.

Als Öcher Blueser bekannt und beliebt, trat anschließend Dieter Kaspari mit seiner Gitarre auf, wurde von Uwe Böttcher auf der Geige begleitet. Das Duo spielte aus einem Guss. Egal, ob et „Leddcher för de Mamm“ zum Mitsingen und von Taktklatschen begleitet oder die Uraufführung von Kasparis Blues: „Die Nacht vibriert, der Mond ist hell und wach“, das Publikum jubelte den beiden Instrumentalisten zu.

Nach der Pause blieb der zweite Programmteil Wendelin Haverkamp, am Keyboard wie immer begleitet von Freddy Matulla, vorbehalten. Franz-Josef Staat erinnerte daran, dass Haverkamp im Jahr 2000 den Krüzzbrür-Orden erhalten und daraufhin aus Dankbarkeit das erste Herbstfest ins Leben gerufen hatte.

Satirisch nahm er diesmal den Fernsehjournalismus unter die Lupe, beschrieb die „Blitzkarriere“ einer Putzerin in der Bäckerei zur Fachverkäuferin, die kaum den Wischlappen aus der Hand gelegt, schon die Brötchen in die Tüte steckt. „Werden Sie jetzt pingelig?“ fragte Haverkamp. Traditioneller Abschluss war der bekennende Gesang des Pfarrausschuss-Chores mit dem Lied: „In Aachen, da möchte’ ich begraben sein zwischen Dom und Markt…“.

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