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Aachen: Herbstfest des Pfarrausschusses: Nachhilfe in Sachen Frohsinn

Aachen : Herbstfest des Pfarrausschusses: Nachhilfe in Sachen Frohsinn

Alljährlich zeichnet sich das Herbstfest des Pfarrausschusses Heilig Kreuz durch Humor und Satire aus. Zum 18. Mal wurde es mit dem Kabarettisten und Initiator dieser Benefizveranstaltung, dem Krüzzbrür-Ordensträger Wendelin Haverkamp, zugunsten sozialer und kultureller Aufgaben der Pfarrgemeinde vorbereitet.

Tief in die Grundregeln des Öcher Platts führte der Vorsitzende des Förderkreises Öcher Schängche, Dr. Karl Allgaier, das begeisterte Stammpublikum ein. Es bestätigte sich, dass er einer der besten Öcher-Platt-Interpreten ist. Anhand von 20 „Interjektionen“ — ein Nicht-Aachener würde sagen: „Spontanreaktionen“ — führte Allgaier die Wissenshungrigen an immer neue Erkenntnisse heran.

Wie lautet im Allgemeinen die Reaktion, wenn man erfährt, dass morgen die Schwiegereltern besucht werden sollen? Man ahnt es schon: „Muss dat sie?“ Die nächste Überraschung bot die Showtanzgruppe der Krüzzbrür selbst. Zwar blieben sie „als Ganzes“ hinter einer Art Bühnenvorhang verborgen, aber darunter waren zehn Paar „staatse“ Männerbeine in bayerischen Kniestrümpfen zu betrachten, die sich rhythmisch zu Can-Can- wie auch zu Kasatschok-Klängen in Szene setzten. Kreischen und Jubel waren den Besitzern dieser Waden gewiss.

Ein Kontrastauftritt folgte, als Professor Dr. Simone Paganini, Bibelwissenschaftlerin am Institut für Theologie der Technischen Hochschule Aachen, das „leidige und häufig diskutierte Thema“ aufgriff: „Bei Krüzzbrürn sind Frauen nicht erlaubt“, was sich wohl nur auf den berühmten Herrenabend der Verleihung des Krüzzbrürordens bezieht.

Ein Mitmach-Block für das Publikum schloss sich beim Auftritt des Satirikers und Wortkünstlers Wendelin Haverkamp an, der, begleitet von kreischendem Gelächter des Publikums, in seinem Vortrag die „digitale Verpestung“ und das „Einloggen durch das Lecken mit der Zunge“ unter die Lupe nahm. „Was wir brauchen, sind i-Dötzchen“ leitete er zu seiner satirischen Hymne auf den Lehrer und die Lehrerin über, begleitet vom Beifall des Publikums, das er in zwei Blöcke teilte und, beginnend bei „bizarren Grunzlauten“, den Wenigsprechern eine Lektion für eine längere Unterhaltung erteilte.

Immer wieder gab es Sonderapplaus für Freddy Matulla, der Wendelin Haverkamp am Keyboard begleitete, sowie für den Vorsitzenden Franz-Josef Staat, der als symbolische Schlange auf der Bühne lag. „Ich hoffe, dass du jedes Jahr als Schlange dabei bist“, spöttelte Herbert Mainz als Moderator. Zum Abschluss sang der Erste Aachener Ausschusschor traditionell: „In Aachen, da möchte’ ich begraben sein.“