Aachen: „Helle Köpfe“: Grundschüler schnuppern in die Wissenschaftswelt

Aachen: „Helle Köpfe“: Grundschüler schnuppern in die Wissenschaftswelt

David Esser scheint die Rolle als Lehrender gut zu gefallen. „Welche Brücke ist denn die stabilste?“, fragt der Grundschüler die anderen Kinder. Bei der Bogenbrücke schießen alle Finger nach oben. „Ja genau, das ist richtig“, erklärt er. Der Schüler steht mit so viel Selbstvertrauen vor den anderen, dass er den Professoren vielleicht später mal die Arbeit abnimmt.

Sein erstes Hochschulzeugnis hat er jetzt ja schon. Gemeinsam mit 13 anderen Grundschülern hat David Esser seit letztem November an der Reihe „Helle Köpfe“ der FH Aachen teilgenommen.

In zwölf Veranstaltungen lauschen die Schüler erst einem Professor, dann geht es in Helm und Kittel selbst ans Ausprobieren. „Ich habe mir sagen lassen, dass es dieses Jahr ganz besonderer Jahrgang war“, sagt der Rektor der FH Aachen, Prof. Marcus Baumann.

Die Veranstaltungsreihe wird zum vierten Mal im Rahmen des Aachener Modells zur Förderung begabter Kinder mit Unterstützung der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen angeboten. „Das ist wirklich ein Erfolgsmodell, auch für uns Lehrende“, sagt Baumann.

Die Professoren und Mitarbeiter der FH unterrichten die Grundschüler ehrenamtlich neben ihrer Arbeit an der Hochschule. „Die haben dabei so einen Spaß. Wir stellen fest, was ihr hier leistet, ist überdurchschnittlich“, sagt Baumann. Man müsse schon bei jungen Menschen mit der Förderung beginnen und das Interesse für ein naturwissenschaftliches Studium wecken. Deswegen schnuppern die Schüler in sechs der zehn Fachbereiche der FH Aachen hinein. Im Bereich Nanotechnologie beobachten sie gespannt, wie ein Wassertropfen von einer Platte abperlt. Sie lernen, wie man früher und heute Botschaften verschlüsselt und diese mit Hilfe einer Häufigkeitstabelle auch wieder knackt. „Die Kinder waren wirklich nicht zu bremsen“, berichtet Betreuerin Nadine Leonhardt von der FH Aachen.

Auf der Abschlussveranstaltung stellen die Kinder vor, was sie an den jeweiligen Terminen gelernt haben. Ob Experimente mit Nanotechnologie oder im Windkanal — die Schüler erzählen so selbstverständlich davon, dass es eigentlich nicht mehr lange dauern kann, bis sie sich an der Hochschule einschreiben.

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