Aachen: Hélène de Beauvoir: Selbst Picasso war angetan von ihrer Kunst

Aachen: Hélène de Beauvoir: Selbst Picasso war angetan von ihrer Kunst

„Nach diesem weißen Winter ist es Zeit für den Frühling der Dinge” - Professor Alexander Boeminghaus von der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler (EVBK) beschrieb in seiner Einführung eine der Kernaussagen in den farbenfrohen Bildern von Hélène de Beauvoir, die in der Theaterstraße zu sehen sind: „Die Natur ist das Vorbild”.

Heiter und harmonisch sind die Werke, abstrakte Darstellungen teilweise nackter Personen strahlen ebenso Natürlichkeit aus. Im Alter von 26 Jahren gehörte die 1910 geborene jüngere Schwester der Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir bereits zu den wenigen Künstlerinnen, die überhaupt ausstellen durften und konnten. Pablo Picasso urteilte in dieser Zeit knapp wie wohlwollend: „Ihre Malerei gefällt mir. Sie ist sehr eigenständig”.

Nicht nur der legendäre spanische Künstler äußerte sich seinerzeit über Hélène de Beauvoir, Jean-Paul Sartre verglich bei einer Ausstellungseröffnung ihre Werke mit dem eigentümlichen Grinsen der Katze aus dem Märchen „Alice im Wunderland”, welches selbst dann noch sichtbar ist, wenn das Tier längst verschwunden ist.

Die Leiterin des Deutsch-Französischen Kulturinstituts, Dr. Angelika Ivens, betonte in ihrem Begrüßungswort, dass die kleine Schwester der großen Simone de Beauvoir in der Vergangenheit durchaus nicht die gebührende Aufmerksamkeit für ihre Arbeit erfahren habe: „Sie verdient einen wirklich großen Namen, auch wenn sie selbst es nicht mehr miterleben kann”.

De Beauvoir, 2001 im Alter von 91 Jahren gestorben, hinterließ einen umfassenden Teil ihrer Kunst im persönlichen Nachlass, von denen ein Teil im Gartensaal des DFKI in Haus Matthey zu sehen sind. 20 zum Teil großformatige Werke aus den Jahren 1975 bis 1978 hängen im schmucken Bau im Innenhof der Theaterstraße 67, noch einmal 10 Bilder stellt Sandro Mugavero in seiner Galerie „Il Quadro” aus, gleich gegenüber in Hausnummer 80. Mugavero selbst freute sich über die Ausstellung und die Zusammenarbeit mit dem DFKI: „Ich hoffe, wir können dazu beitragen, dass Hélène de Beauvoir endgültig aus dem Schatten ihrer Schwester treten kann”.

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