Heinrich-Heine-Gesamtschule Aachen wird „NRW Schule im Talentscouting“

Aachener Gesamtschule kooperiert mit den Hochschulen : Heinrich Heines Talente werden gescoutet

Die Türen gehen auf und die Schule ist vorbei – für immer. Viele stehen da und wissen nicht, wohin mit sich. Eine Ausbildung machen oder doch lieber studieren und wenn ja, was? Die Absolventen der Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) in Laurensberg sollten diese Probleme künftig nicht mehr so hart treffen.

Um nämlich dieser Unentschlossenheit vorzubeugen, kooperieren die RWTH und die Fachhochschule mit verschiedenen weiterführenden Schulen. An diesen bieten die beiden Aachener Hochschulen ein sogenanntes Talentscouting an, um Schülerinnen und Schüler ein frühzeitiges Beratungsangebot zu geben. Nicht zuletzt auch zwecks verbesserter Chancengleichheit von Jugendlichen unterschiedlicher Bildungsniveaus. Jetzt wurde auch die Heinrich-Heine-Gesamtschule Mitglied dieser besonderen Initiative.

„Hier wird kein Unterschied gemacht zwischen bildungsfernen Kindern und denen von Akademikern“, betonte Martina Klocke, Prodekanin an der Fachhochschule Aachen. Sie ist am Talentscouting-Programm beteiligt und freut sich über die „Kanalisierung von Beratung“.

„Früher hatte es ganz viel mit Zufall zu tun“, wenn es um Förderung von Kindern gegangen sei, erklärte sie bei der Übergabe der offiziellen Plakette „NRW-Schule im Talentscouting“ an Hartwig Hillebrand, den Schulleiter der Heinrich-Heine-Gesamtschule. Mal habe der Pastor geholfen, mal Freunde der Familie. Dieses Programm hingegen ermögliche präzise und koordinierte Förderung, so Klocke. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Ihnen diese Förderung wahrnehmen können“, bedankte sich Hillebrand bei den Vertretern der Hochschulen. Die Förderung sei zentral zur Herstellung von Chancengleichheit und der Ermöglichung eines gelungenen Starts ins Leben nach der Schulzeit, so Hillebrand weiter.

Stärken, Wünsche, Zukunft

Klocke betonte, es handele sich beim Talentscouting „um keine punktuelle Förderung“. Vielmehr sei das Programm auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgelegt. Den Schülerinnen und Schülern wird frühzeitig die Möglichkeit gegeben, ein individuelles und breit gefächertes Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen. Haben sie erst einmal mehr über sich, ihre Stärken und möglichen Wünsche für die Zukunft erfahren, werden sie auch weiterhin auf ihrem Weg begleitet. Das gibt Sicherheit und macht Mut.

Inzwischen nehmen mehr als 30 nordrhein-westfälische Hochschulen mit rund 800 Schülerinnen und Schülern an dem von der Landesregierung geförderten Programm teil. Aus dem Programm ziehen auch die Hochschulen selbst einen Vorteil. „Es gibt uns die Möglichkeit des Blicks in die Schulen“, erklärte Klocke. So intensiviere sich eine wichtige Verbindung. Durch diese verlören die Hochschulen nicht den Blick für Veränderungen an einem ganz essenziellen Ort – nämlich an dem, von dem einmal neue Studenten kommen sollen.

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