Aachen: „Heimat shoppen“: Aachener Handel setzt Zeichen

Aachen: „Heimat shoppen“: Aachener Handel setzt Zeichen

Wie jedes Wochenende waren Menschen in der Aachener Innenstadt unterwegs, um — je nach Alter — zu shoppen oder einzukaufen. Dieses Mal trugen sie ihre Errungenschaften aber oftmals in Tüten nach Hause, die zugleich ein Statement waren. „Heimat shoppen“ prangte auf ihnen und tat kund: „Wir kaufen gern im örtlichen Handel, denn er macht einen wesentlichen Teil der Attraktivität unserer Städte aus.“

So sah das auch Manfred Piana, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren: „Es geht nicht darum, den Onlinehandel zu verdammen, sondern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was seine Auswirkungen sein können. Stadtkultur verschwindet, wenn der örtliche Handel verschwindet.“

Deutliches Zeichen: Die Einzelhändler — wie hier bei Appelrath-Cüpper — setzten sich für die Stärkung der lokalen Geschäftswelt ein. Foto: Roeger

Denn dort werde ja nicht nur verkauft, sondern auch investiert in neue Formen des Handels und Gebäude, werde sich engagiert in Vereinen und bei Stadtfesten, um so die Innenstädte in ihrer Attraktivität zu steigern, von der auch Kultur und Gastronomie profitierten. „Es ist eben nicht selbstverständlich, dass das so bleibt. Es kann viel verloren gehen durch das Einkaufen mit einem Klick.“

Ein gutes Beispiel dafür war die Interessengemeinschaft Altstadt, die am Samstag bei bestem Anglerwetter — zeitweise regnete es Bindfäden — die Passanten zum Entenangeln auf den Marktplatz eingeladen hatte. Jede Ente war ein Gewinn, mindestens einen Altstadttaler, einen eigens für die IG aufgelegten goldenen Schokotaler, gab es.

Doch viele Mitglieder hatten auch Sachpreise gespendet, und am Nachmittag wurden unter den Anwesenden Ballonfahrten, Thermenbesuche und ein Nachmittag im Kletterwald ausgelost. „Wir machen ja öfter mal Aktionen — zum Beispiel für die Verschönerung in der Adventszeit oder zugunsten wohltätiger Zwecke“, meinte Karin Luhn vom Geschäft „Yucca“. Dieses Mal war sie ein wenig größer ausgefallen, denn auch den inhabergeführten Geschäften rund um Dom und Rathaus ist „Heimat shoppen“ ein wichtiges Anliegen.

Gleichwohl erkennen sie auch die Vorteile des Internets: „Auch wir können uns online hervorragend präsentieren. Und die Kunden sind heute um ein Vielfaches informierter als früher. Gleichwohl wissen sie es zu schätzen, zu einer gewissen Auswahl beraten zu werden“, erklärte Martin Görg vom Wollgeschäft Görg & Görg.

Doch nicht nur die „Kleinen“ unterstützten die Aktion. Auch große überregional agierende Ketten — oft mit eigenem Onlineshop — waren dabei. „Die Kundenfrequenz in den Innenstädten nimmt insgesamt ab — das merken auch die Ketten“, erläuterte Piana.

Im Rahmen der Aktion gab es auch besondere Einkaufsangebote wie lange Shoppingzeiten in der Elisengalerie und in Brand.

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