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Polizei ermittelt weiter: Hassbotschaften und Schüsse auf das Büro der Aachener Aids-Hilfe

Polizei ermittelt weiter : Hassbotschaften und Schüsse auf das Büro der Aachener Aids-Hilfe

Die Polizei fahndet weiter nach einem oder mehreren Unbekannten, die um den Jahreswechsel herum die Geschäftsstelle der Aachener Aids-Hilfe massiv attackiert haben.

Nach den Angriffen auf das Büro der Aachener Aids-Hilfe in der Zollernstraße 1 ermittelt die Kripo weiter gegen unbekannt. Bislang gibt es noch keine heiße Spur, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt. Wie berichtet, hatten der oder die unbekannten Täter im Zeitraum zwischen dem 28. Dezember und dem 2. Januar offenbar zwei Schüsse auf ein Fenster des Büros an der Ecke Wilhelmstraße in Aachen abgegeben, Klingelknöpfe und Briefkästen wurden beschmiert und mit Buttersäure verunreinigt.

Allem Anschein nach steht die Tat in Zusammenhang mit einer regelrechten Rufmord-Kampagne: Über mehrere Monate hinweg tauchten im gesamten Bereich der Städteregion Aachen immer wieder obskure Plakate und Flyer mit absurden Beschuldigungen gegen die Aids-Hilfe auf. Auch im Raum Köln wurden inzwischen weitere Plakate entdeckt.

In einem Brief an die Aachener Einrichtung hat nun auch die Aidshilfe NRW mit Sitz in Köln die „beispiellose Attacke“ auf das hiesige Büro verurteilt und Solidarität mit den örtlichen Kollegen bekundet. „Wir fordern die Behörden auf, alles daran zu setzen, um diejenigen, die das verantwortet haben, zu fassen“, schreibt Maik Schütz vom Landesvorstand unter anderem.

Unterdessen hat die Polizei bislang keine konkreten Hinweise auf die Täter. „Spuren konnten vor Ort nicht gesichert werden“, erklärt Pressesprecher Karol Lokietz auf Nachfrage. Weder Projektile oder Patronenhülsen noch Stahlkugeln oder ähnliches habe man sicherstellen können. Die Ermittler gehen eher davon aus, dass die etwa daumengroßen Löcher in den Scheiben der Geschäftsstelle durch eine Zwille, also eine große Schleuder, verursacht worden sein könnten. Denkbar sei aber auch, dass mit einem schweren Hammer auf die Fenster eingeschlagen wurde.

Zeugen, die Hinweise auf verdächtige Umtriebe in den Tagen rund um den Jahreswechsel am sogenannten Cockerill-Haus an der Ecke Zollernstraße/Wilhelmstraße geben könnten oder anderweitige Beobachtungen über nebulöse Plakatierungsaktionen mit wirren Angriffen auf die Aids-Hilfe Aachen gemacht haben, sollten sich umgehend unter 9577-33201 mit der Polizei in Verbindung setzen.

(mh)